Hervorgehoben

SOLAR POWER TO EMPOWER

Manche haben sich vielleicht gefragt ob ich nicht langsam wieder zurück in Deutschland sein müsste. Jetzt ist ja langsam schon ein Jahr um ? Stimmt, aber ich bin Mitten in einem wichtigen Projekt und habe meinen Aufenthalt in Tanzania bis Februar 2023 verlängert. Ich brauche eure Unterstützung für Mira’s Solar-Ofen Projekt:

Mira goes COP27:
Ihr wollt Mira auf ihrem Weg unterstützen auf die Klimakonferenz zu kommen?
Dann werdet Teil ihres Unterstützer:innen-Netzwerks, indem ihr euren Beitrag sendet.

Mira braucht 3.000 € ,
um ihr Solar-Ofen-Projekt rund um die Klima-Konferenz zu präsentieren.
Mira erzählt in ihren Gastbeitrag was ihr mit eurer Unterstützung ermöglicht.

SCHiCKT EURE UNTERSTÜZUNG AN:
c/o Lukas Horndasch (CAN TZ) IBAN: DE64120300001076642527
Verwendungszweck: Shamsi-COP27
1667800800

  Tage

  Stunden  Minuten  Sekunden

bis

Klimakonferenz in Ägypten

Die Zeit wird knapp: Klimakonferenz in Ägypten

Wir bereiten uns nämlich gerade mit Hochdruck auf die kommende Klimakonferenz in Ägypten im November vor (auch bekannt als COP27). Auch Mira, meine Mitfreiwillige hat verlängert und auch Mira bereitet sich auf die Klimakonferenz vor. Für sie wird es eine besondere Klimakonfernz: Zuhause in Ägypten wo sie aufgewachsen ist und dort wo sie ihr Solarofen-Projekt gestartet & entwickelt hat. Mira wird ihr Solarofen-Projekt rund um die Klimakonferenz präsentieren. Viele von euch kennen Mira’s Projekt schon und haben es auch unterstützt.(Vielen Dank !) Heute will ich daher Mira in meinen Blog den Platz geben auch nochmal Dank zu sagen, zu erzählen was sie als mit eurer Unterstützung schon bewirken konnte, welche Pläne sie hat und vor allem wie ihr sie dabei untersützen könnt.

Für alle die Mira’s Solar-Ofen-Projekt noch nicht kennen; hier eine kurze Beschreibung von ihren Projekt. Mehr Details findet ihr auf der Website von Shamsi Solar-Ofen-Projekt.https://shamsi.eco/

Zum Kochen verwenden viele Haushalte in Ägypten und Tansania
noch offenes Feuer oder Gas. Der Rauch schädigt die Gesundheit und
das Klima. Das Sammeln von Feuerholz belastet meistens
Frauen und beschleunigt oft Entwaldungsprozesse. Auch steigende Gaspreise macht Kochen extrem teuer. Mira hat ein Solar-Ofen entwickelt in Ägypten. Der Solar-Ofen kann Kochen & Backen ganz ohne Feuerholz, Rauch, Gas oder Strom – nur mit der Energie der Sonne.

Solar- Ofen in Ägypten
Miras Shamsi-Solarofen-Projekt

Doch jetzt lass ich Mira selbst erzählen:

Miras Gastbeitrag: Shamsi Goes COP27

Heute möchte ich euch davon erzählen, wie ich mit meinem Projekt noch mehr Menschen erreichen kann, um das Kochen und Backen im Alltag einfach, sicher und kostengünstig nur mit Sonnenenergie zu ermöglichen. Ich habe die Chance bekommen, meinen  Solar-Ofen auf der kommenden Klimakonferenz (COP27) im November in Ägypten zu präsentieren und zu teilen. Dort kann ich das ägyptische Model präsentieren, was von lokalen Werkstätten gebaut wurde und in mehreren Dörfern Südägyptens getestet wurde. Mit der Idee von Shamsi möchte ich auf der Konferenz aufzeigen, wie einfache technische Lösungen große Wirkung entfalten können. Doch zunächst:

Asante sana ! – Danke für eure Unterstützung –

Danke von Herzen! oder wir man auf Kiswahili sagt: »Asante sana!«. Ihr habet mit euren Spenden für mein Solarkocher-Projekt »Shamsi-TZ« ermöglicht, dass ich gemeinsam mit Frauen und Handwerker:innen aus Gemeinschaften in Tansania den ersten Prototypen des lokal gefertigten Solar-Kochers entwickeln konnte.

Bevor ich euch davon erzähle was für Pläne ich für die Klimakonferenz habe, möchte ich euch erzählen was wir schon alles zusammen erreichen konnten.

Unser gemeinsamer Weg zu neuen solaren Lösungen:Eine Entdeckungs-Reise

Mein Projekt ist in Ägypten gestartet. Dort habe ich zusammen mit Frauen ein einfachen und kosten-günstigen Solar-Ofen aus lokalen Materialien entwickelt. Der Ofen ermöglicht den Frauen weiter tradtionel Brot zubacken ohne extreme hohe Brennstoffkosten( Auch in Ägypten steigen die Gas-Preise massiv). Nachdem mein Projekt in Ägypten erfolgreich gestartet ist konnte ich mit eurer Unterstützung daran forschen und arbeiten den Solar-Ofen als Solar-Kocher für Tanzania anzupassen.

Durch euch konnte ich meine Forschungsarbeit in Tanzania anfangen um eine einfachzubauende, günstige solare Lösung zum Kochen zu entwickeln, welche auf lokale Materialien basiert.

Ihr habt mich auf den Weg zu diesem ersten Prototypen begleitet und unterstützt.
Die größte Herausforderung war für mich ein lokales, günstiges Material zu finden, dass den Solarkocher gut isoliert, um der Sonne zu ermöglichen das innere des
Kochers aufzuheizen. Dabei habe ich entdeckt, dass Ton schon auf vielfältiger Art und Weise in Tansania verwendet wird und sich als natürliches, klimafreundliches
Material sich außerdem gut dafür eignet, die Hitze im Solarkocher zu halten. Ich konnte von lokalen Handwerker:innen und Herstellern lernen, wie Ton gewonnen
und hier verarbeitet wird. Dieses lokale Wissen, das Material zu trocknen und dabei Risse im Ton zu vorzubeugen, habe ich in meine Bauschritte integriert.
Außerdem, habe ich Materialuntersuchungen an verschiedene Materialproben aus verschiedenen Regionen durchgeführt, um die thermischen Eigenschaften zu
prüfen. Hier ein paar Bilder, damit ihr euch das besser Vorstellen könnt:

Von Feldbesuchen mit Handwerker:innen in Ton- und Holzwerkstätten bis hin zur Fertigung des ersten funktionsfähigen  Solar-Kocher

SHAMSI SOLAR-KOCHER in TANZANIA

Warum jetzt? Zeit das Brot zu teilen:

Während das Shamsi-Projekt in Tansania gerade am Aufkeimen ist und jetzt mit dem ersten Prototypen wächst, ist es in Ägypten schon weiter. In Ägypten hatte ich die Idee des lokal-gebauten Solarofens das erste Mal gesäht und entwickelt. In Ägypten blüht das Projekt jetzt richtig auf. Dort wird der Solarofen seit 9 Monaten in 4 Dorfgemeinschaften in Südägypten gebaut und genutzt. Das Projekt fängt an Früchte zu tragen bzw. sehr viel Brot zu backen. Und wie es schon in der Bibel steht, wenn man Brot teilt, kann draus viel enstehen (Mt14,13-21). 

Daher möchte rund um die Klimakonferenz mein Projekt teilen. In Tanzania konnte ich mein Projekt schon auf einer kleinen Messe vorstellen. Die Klimakonferenz ist die Chance mehr Leute zu erreichen und zu inspieren, neue Partnerschaften und Kontakt zu finden. Ein wichtiger Schritt um den postiven Impact von Shamsi weiter zutragen. Lasst uns das Brot teilen.

Hier präsentiere ich gemeinsam mit dem CAN-TZ  Team den ersten Prototypen auf der Innovations-Ausstellung für Landwirtschaft (NaneNane) in Morogoro. Die Besucher:innen waren fasziniert, wie Kochen ohne Holzkohle und Gas möglich ist, gerade wegen den steigenden Gaspreisen und der Vermeidung von Holzkohle, womit lange Wege gespart und Wälder geschützt werden können. Genauso möchte ich rund um die Klimakonferenz in Ägypten den Solar-Ofen aus Ägypten präsentieren.

Warum die Klimakonferenz der Ort für Ideen und Innovationen ist:

Während der Klimakonferenz treffen sich Politiker:innen, Firmen, NGOs, und die Zivilgesellschaft, um über Lösungen für die Klimakrise zu besprechen und Projekte zu starten – Ein ideales Umfeld, um neue Kooperationspartner, Ideen zu präsentieren und neue Ideen zu bekommen, Wissen zu teilen, Kontakte zu knüpfen. Rund um die Konferenz finden verschiedene Innovationsmessen und Ausstellung statt (z.B. die Maker Faire, Youth Pavillon und der Energy Solution Day). Ich wurde dazu eingeladen Shamsi bei der Maiker Faire und weiteren Gelegenheiten zu präsentieren. Ich habe die Möglichkeit für junge Menschen, Workshops zu halten über Solarenergie und Frauen und die Wichtigkeit lokales Wissen in neue Technologien zu integrieren.

Daher ist es jetzt wichtig für Shamsi in Ägypten sichtbar zu werden, neue Kontakte zu knüpfen, um Partnerschaften und Kooperationen einzugehen, die Idee vom Solaren Backen weitertragen.

Ich hoffe ihr könnt Shamsi dabei unterstützen, auf der Klimakonferenz präsent zu sein und Shamsi vorzustellen.

Um die Chance zu nutzen, Shamsi auf der Klimakonferenz zu präsentieren benötigen wir Unterstützung von 3.000 €.

Wir hoffen Ihr könnt uns dabei unterstützen diese Chance zu nutzen.

So könnt ihr Shamsi untersützen:

JETZ UNTERSTÜTZER:IN WERDEN !
Untersütze Mira ihr Solar-Ofen-Projekt rund um die Klimakonferenz zu präsentieren.

Damit nicht viel Geld durch Überweisungskosten ins Ausland verloren geht, könnt ihr direkt auf Lukas deutsches Konto spenden, der dann alles gesammelt weitergibt.
c/o Lukas Horndasch (CAN TZ) IBAN: DE64120300001076642527
Verwendungszweck: Shamsi-COP27

Vielen Dank schon jetzt. Ich bin schon sehr gespannt euch aus Ägypten zu berichten !

Hervorgehoben

Klimagerechtigkeit lernen in Tanzania.

Ein Jahr beim

Climate Action Network

Dar-Salam, Tanzania

Ein Jahr beim Climate Action Network in Tanzania:
Beim Climate Action Network  (CAN TZ) in Tanzania werde ich ab August 2020 ein Jahr lang lernen, wie wir mit den Folgen der Klimakrise umgehen können. Dafür darf ich Teil des CAN Tanzania-Teams werden  und dabei erleben wie ein starkes Netzwerk Gemeinschaften dazu befähigen  kann resilienter und widerstandsfähiger gegen Klimafolgen wie Dürre und Ernteausfälle zu werden.  Ich werde in Dar-Es-Salam leben und den Alltag und die Arbeit mit meinem Team und den Menschen dort teilen . So werde ich  ihnen persönlich begegnen können, wie es mir  wahrscheinlich sonst nicht möglich wäre.

 Ich möchte mit Euch teilen: 
Was ich erleben darf, die Geschichten, Gedanken, Herausforderungen und Ideen von mir, aber auch besonders von den Menschen in Tanzania, die sich aktiv für Klimagerechtigkeit einsetzen, möchte ich euch erzählen. Ihr sollt an den verschiedenen Facetten, Einblicken, Gefühlen und Perspektiven teilhaben, die auf mich zu kommen. Ich möchte euch mit meinem Blog mit auf meine Reise nehmen.

Climate Action Network  Tanzania
– Lernen in der Klimakrise zu leben- :

Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus sind im Moment noch tragende Säulen der Wirtschaft in Tanzania. Das bedeutet sie bilden  die Lebensgrundlage vieler Menschen, die in diesen Sektoren arbeiten. Gerade Fischerei und Wirtschaft sind besonders anfällig für die Auswirkungen der Klimakrise. Schon heute bedeutet die Klimakrise für Bauern ein größeres Risiko durch schwerwiegende unplanbare Extremwetter wie Dürren, Starkregen und Überflutungen. CAN-TZ befähigt mit Forschungsprojekten,Wissenstransfer, Workshops und einer breiten Netzwerkarbeit, lokale Bauern trotz immer verheerender werdender Klimafolgen nachhaltig wirtschaften zu können. 
Wachsende Städte und eine aufstrebende Wirtschaft in Tanzania bedeuten auch eine steigende Nachfrage nach Energie. Daher entwickelt CAN Tanzania auch Projekte und Strategien, wie ein schneller Ausbau dezentraler Erneuerbare Energie in Tanzania umgesetzt und finanziert werden kann. Sie unterstützen Entscheider*innen und Politiker*innen dabei tragfähige und langfristige Lösungen zu finden und diese immer wieder auch kritisch zu reflektieren.

Wer ich bin.
chemist.christ.changemaker. 
(So steht es zumindest in meiner Twitter-Bio , wahrscheinlich bin ich noch sehr viel mehr als das 😉
Chemiker:
Ich bin Naturwissenschaftler.Mich haben die harten Fakten der Berichte des Weltklimarates (IPCC) getroffen, in dem sie sachlich all das Leid aufzählen, das wir uns als Menschheit antun, wenn wir ungebremst weiter die Klimakrise anheizen.  Für mich hat sich in der Chemie daher immer die Frage gestellt: Wie können wir eine lebenswerte Zukunft mitgestalten ?
Meine Forschungsprojekte waren immer ein Teil einer Vision , die mich angetrieben hat. Dabei war es egal, ob es sich um nachhaltigere OLEDs ,Solar Fuels oder Photoswichtes für medizinische Anwendungen oder, wie gerade in meiner Masterarbeit, die Untersuchung von mit Alzheimer in Verbindung stehenden Proteinen handelte.Immer motivierte mich das Interesse, an einem  Projekt mitzuwirken, das Nachhaltigkeit fördert und Lebensqualität sichert.  Im Labor habe ich mir mit der Zeit eine hohe Frustrationstoleranz erarbeitet und den Mut, bei Rückschlägen und Problemen genauer hinzuschauen und geduldig immer wieder von Neuem anzufangen.Mit dieser Erfahrung im Gepäck möchte ich mich neuen Herausforderungen stellen in Tanzania und Perspektiven kennenlernen, die in meinem Chemie-Studium keinen Platz hatten,

Christ: 
Ich bin Christ, gerade darum ist es mir nicht gleichgültig wie es uns und unseren Nächsten geht. Für mich bedeutet das: Verantwortung übernehmen und mitgestalten. Noch heute prägen mich die sieben Jahre evangelische Jugendarbeit in Weilimdorf, in denen ich gelernt habe, wie man kreativ im Team Projekte entwickelt und umsetzt. Christ sein heißt für mich, sich aktiv  für Gerechtigkeit einzusetzen.  Durch die Klimakrise drohen tiefgreifende Konflikte und Ungerechtigkeiten zu entstehen und sich weiter zu verschärfen. Ohne Klimagerechtigkeit kann es für mich daher keinen Frieden und keine Gerechtigkeit geben.  

Changemaker:
Wir brauchen Klimagerechtigkeit und dafür Veränderungen. Wir können nicht weiter Fossile Brennstoffe verbrennen. Der Großteil von ihnen muss im Boden bleiben.  Ich will den Wandel mitgestalten.
Daher bin ich seit über zwei Jahren bei Fossil Free München  aktiv daran beteiligt, wie wir schnellst möglich unsere Vision einer fossil-freien Zukunft umsetzen können. Dafür arbeiten wir darauf hin, dass das Münchener Kohlekraftwerk schnellst möglich abgeschaltet wird, die Stadt und Kirche nicht mehr in Fossile Brennstoffe investieren und München bis 2035 klimaneutral wird. Bei der Social Enterpreneurship Akademie  in München lerne ich gerade, wie man als Unternehmen einen sozialen und nachhaltigen Impact haben kann. 

Dafür brauche ich eure Unterstützung
In Rahmen des weltwärts -Programm vom EineWeltNetzwerk NRW  , meiner Partnerorganisation in Deutschland,werde ich intensiv auf mein Jahr in Tanzania vorbereitet und begleitet. Damit sie das weiterhin jungen Menschen ermöglichen können, sind sie darauf angewiesen, dass Ihr einen Teil der Kosten, die dabei entstehen, mit tragt.
Mit deiner Spende trägst du dazu bei, dass ich für ein Jahr in Tanzania lerne wie dort Climate Action in der Praxis umgesetzt wird.

Spendenmöglichkeiten/ Spendenbescheinigung:
Ab einer Spende von 20 €
 kann das EineWeltNetzwerk NRW eine Spendenbescheinigung ausstellen.

Direktüberweisung:
Am einfachsten ist es für Euch, wenn Ihr direkt mit dem Verwendungszweck „Spende“ an folgendes Konto überweist:Kontoinhaber: Eine Welt Netz NRW
IBAN: DE 44 3702 0500 0000 2030 40
BIC: BFSWDE33XXX
Name der Bank: Bank für Sozialwirtschaft Köln

Wichtig ist, dass Ihr als Verwendungszweck nur Spende angebt, da sonst die Spende nicht vom EineWeltNetz verwendet werden kann. Damit Ihr Eure Spendenbescheinigung bekommt und ich einen Überblick habe, meldet Euch bei mir falls Ihr direkt überweist.

Runter vom Gas

Eine gesprengt Pipeline, ungebremst steigende Gaspreise – die Energiekrise ausgelöst durch den Ukrainekonflikt, scheint Europa am Härtesten zu treffen. Wie kommen wir über den Winter ?

Cover des neusten Policy Brief von CAN TZ 2022

Hart aber fair ?

Die steigenden Gaspreise drohen Soziale Härten und Ungleichheiten zu verschärfen. Für viel dürfte es reichen die Heizung etwas runter zudrehen, Pulli statt T-shirt aber Viele sind längst am Limit. Während die Bundesregierung und EU gerade als dafür tut die Härten in Deutschland und Europa abzufedern, wird oft übersehen wie sehr soziale Härten und Ungleichheiten durch die Energiekrise weltweit verschärft werden. Die Bundesregierung plant Gasrechnungs-Bremsen mit großzügigen Ausgleichzahlungen – 200 Millarden Euro stehen bereit – die Gasspeicher sind gut gefühlt – die Industrie konnte fast 20 % des Gasverbrauchs einsparen, die EU plant Gas gemeinsam einzukaufen um billiger Preise zu erzielen. Deutschland setzt so viel Geld wie kein anders europäische Land ein um seine Bürger:innen vor den Auswirkungen der Energiekrise zu schützen (264,2 Millarden, 7,4 % des BIP)

Screenshot Gas-Dashboard von die Zeit [ https://www.zeit.de/wirtschaft/energiemonitor-deutschland-gaspreis-spritpreis-energieversorgung ]

Europe is trying to grab every molecule of gas wherever it is available

Mohammad Tamim from BRAC University in Dhaka (Quelle DW)

Vom Sell-Out zu Black-Out

Die Energiekrise und die Reaktionen auf die Krise haben enorme Auswirkungen weltweit. Deutschland und die EU kaufen die Gas-Märkte leer und treiben Gas-Expansionsprojekte voran. Während sich Deutschland teures Gas leistet, fehlt das Gas in Ländern, die nicht mit den hohrenden Preisen mitkommen aber noch massiv von Gas für ihre Energieversorgung abhängig sind. Über 130 Millionen im Oktober in Bangladesch waren plötzlich ohne Strom. Fast 80 % der Bevölkerung betraf der Black-Out. 77 Gas-Kraftwerke waren unterversorgt mit Gas und das nationale Netz brach zusammen. Ein Drittel der Stromerzeugung in Bangladesch ist abhänig von importieren Gas (LNG-Gas). Das viele Energiesystem auch gerade im Globalen Süden so stark von Gas und Kohle abhängig sind, liegt auch an massiven Krediten und Investionen von Banken und Versicherungen. Etwa auch von der Weltbank, an der auch Deutschland beteiligt ist, die eigentlich die nachhaltige Entwiclung der Länder im Blick haben sollte. Deutschland trägt zu dem direkt mit KfW-Krediten und Bürgeschaften seit Jahren dazu bei, dass fossile Abhänigkeiten von Gas und Kohle wachsen statt schrumpfen.

Scholz auf Shopping-Tour

Der Senegal ist ein Land von vielen, in dem die Gasinfrastruktur für den Export ausgebaut werden soll. Allein in Afrika sind in Kamerun, Dschibuti, Mosambik, Nigeria, Republik Kongo und Tansania Flüssigerdgasterminals für den Export geplant.

Regine Richter, Kampaignerin von urgewald (Pressemiteilung 21.07.2022)

Vielen Ländern im Globalen Süden wurden und wird fossiles Gas als Brücke hinzu einer boomenden Wirtschaft und Entwicklung verkauft. Duch die Brücke droht ins nichts zu führen. Ein Sackgasse in die Abhänigkeit. Gerade in Afrika ist der Druck stark zu spüren. Europa drängt darauf immer neue Gas-Projekte zu starten. Dabei werden Gas-Projekte gestartet und vorangetrieben die langfristig abhänig von Gas machen aber kurzfristig nicht die Energie-Krise lösen. Im Sengal lobbiert Bundeskanzler Scholz für neue Gas-Projekte.Dabei verspricht er Kredite und finanzielle Unterstützung obwohl Deutschland sich auf der letzen Klimakonfernez verplichtet hat bis Ende 2022 die finanzielle Unterstützung von fossilen Projekten im Ausland einzustellen (Glasgow Statment).

Und das mit guten Grund: Die International Energy Agency (IEA), der Weltklima-Rat (IPCC) und viele weitere Studien mehr als deutlich: Es gibt kein Platz für neue Erdgas und Erdöl-Projekte. Um international Klimaziele einzuhalten, dürfen keine neuen fossilen Projekte finanziert werden.

Mit Energiesicherheit und nachhaltiger Entwicklung haben die Pläne der Bundesregierung im Senegal nichts zu tun: Frühestens ab Ende 2023 könnte eine geringe Menge an fossilem Flüssigerdgas über das geplante Terminal exportiert werden. Die Energielücke im kommenden Winter schließen wir damit nicht.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH (Pressemiteilung 21.07.2022)

Kohle Statt Cashews

Auch in Tanzania ist Druck zu spüren. Im verschlafenen Küstenort Mtwara stappelt sich auf einmal Kohle statt Cashews. Eigentlich lohnt es sich nicht Kohle aus Tanzania zu expotieren. Kohle muss über 600 km von den Minien bis zum nächsten Überseehafen Mtwara transportiert werden. Ein enormer Aufwand, doch steigende Gaspreise sorgen dafür das immer mehr Kohlekraftwerke statt Gaskraftwerke laufen und die Nachfrage nach Kohle sprunghaft gestiegen ist.

Wer zahlt die Zeche ?

Doch langfristig viel einschneider sind fossile Mega-Projekte, die in Tanzania geplant sind. Dabei hat Tanzania ein enorm hohes Potential sich 100 % mit Erneuerbaren Energien zuversorgen. In unseren neustem Policy Brief beim Climate Action Network ziehen wir Bilanz. Eine Entwicklung hinzu 100 % Erneuerbaren ist billiger.

Graphik aus The Cost of Stick to Fossil Fuels (CAN TZ 2022)

Eine Entwicklung mit Erneuerbaren statt Fossilen Energien birgt aber noch mehr Vorteile und verhindert schwere Risken.56 Millionen Tonnen CO2e können vermieden werden in Tanzania, jedes Jahr. Allein in Tanzania verursacht ein Tonne CO2e Schäden von bis zu 4.29 $ und löst global Klimaschäden von über 417 $ aus. Damit könnten 23.3 Millarden $ an Klimaschäden weltweit und bis zu 240 Millionen $ in Tanzania vermieden werden. Dabei sind viele potentielle Schäden und Riskien noch gar nicht eingepreist.

Fossile Projekte, die sich auf den Export von fossilen Brenstoffe konzentieren erfordern hohe Investionen. LNG-Gas Terminals für den Export müssen über 20-30 Jahre betrieben werden bevor sie die Investionskosten wieder erwirtschaften. Sinkt die Nachfrage nach LNG-Gas weltweit werden die Investionskosten verloren und die Länder bleiben auf Schulden sitzen. Und langfrist streben alle Länder Netto Zero an, also vor allem keine klimaschädlichen Emissionen mehr durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

Trotzdem werden weiterhin 2 LNG-Gas Terminals für Tanzania geplant für 30 Millarden $. Diese werden aber nicht vor 2030 oder sogar erst viel später fertig gestellt.Damit müssten sie bis weit in die 2050er Betrieben werden um nur annährend die Investionskosten zu erwritschaften.Das ist unvereinbar mit Klimazielen und der Energiewende in Europa und Asien. Dabei wären Europa und Asien die geplanten abnehmer der geplanten Gas-Export-Terminals in Tanzania. Die Rechnung geht nicht auf.

Wir ziehen die Bilanz: Fossile vs. Erneuebare (Graphik ausThe Cost of Stick to Fossil Fuels (CAN TZ 2022))

Don’t Gas Africa

Kampage: Don’t Gas Africa

Obwohl die Rechnung nicht aufgeht, bleibt der Druck von fossilen Lobby-Gruppen groß. Obwohl Investionen in Gas-Expansion in Afrika nicht kurzfrisig die Energiekrise löst und erst Jahre später für mehr auf den Gas-Märkten sorgen wird, trotzdem drängen fossile Konzerne auf fossile Mega-Projekte in Afrika.

Das Argument: Gas sorgt für Energiesicherheit. Gas wird zum Motor für Entwicklung.

Die Realität ist aber das Gas vor allem teuer ist, vor allem auf dem Weltmärkten verkauft wird und kaum dafür sorgt, dass die Energieversorgung und Zugang zu Energie sich verbessert.Den wo Gas fließen soll braucht es teuere Infrastruktur, Kilometer-weise Pipeline. Gerade um zuverlässig ländlich Gebiete zu Versorgen ist es längst billiger auf dezentral Energie zu setzen. Dabei werden auch mehr lokale Arbeitsplätze geschaffen. Arbeitsplätze in der fossilen Industrie sind meisten nur wenig hochspezializierte Jobs, die oft von Ausländischen Fachkräften besetzt werden.

Die Preise für fossile Brennstoff inbesonders Gas sind sehr volatil. Die stark schwankenden Preise setzen die lokale hohe Riskien aus und können leicht dafür sorgen, dass wie in Bangladesch der Black-Out kommt, wenn Weltmarktpreise nicht mehr erschwinglich sind.

Zusammen mit einen breiten zivilgesellschaftlichen Bündis setzen wir uns mit dem Climate Action Network Tanzania dafür ein, das Afrika nicht in die Gas-Falle tappt. Mit der Kampange Don’t Gas Africa versuchen wir vor allem die African Union zu überzeugen nicht auf die gefährliche Ablenkung Gas zusetzen sondern das volle Potential von Erneuerbaren Energien zu födern und auszuschöpfen.

Dabei konnten wir erste Erfolge feiern. Der erste Entwurf für eine gemeinsame Afrikanische Position für die kommende Klimakonferenz hat noch ein klares Bekenntis für Gas enthalten. Doch die Afrikanische Verhandlungsgruppe für die kommende Klimakonferenz (COP27) lehnte den Vorschlag für mehr Gas auf der COP27 zu werben ab.

Es war nicht das erstmal und wird nicht das letzemal sein, das für kurzfristige Profit versprechen fossiler Investionen eine nachhaltige Entwicklung riskiert wird.

Unsere Antwort auf die Energiekrise sollte solidarisch sein anstatt Länder in fossile Abhängikeiten zu drängen in der Hoffung auf kurzfristige Vorteile. Stattdessen ist es in unseren Interesse Länder dabei zu unterstützen wie sie ihre Energiewende schnell und sicher meistern können. Partnerschaft für die Energiewende weltweit sind jetzt notwendig. Erste Schritte in diese Richtung ist die Regierung von Südafrika zusammen mit den USA, UK ,Deutschland, Frankreich und der EU geganngen.Bei der letzen Klimakonferenz riefen sie eine Just Energy Transition Partnership (JETP) ins Leben.

Statt weiter mit Banken, Versichern und Krediten für fossile Projekte enorme Kosten und Schäden zu riskieren sollten wir uns drauf fokusieren wie alle davon profitieren können, wenn wir das volle Potential von Erneuerbaren Energien ausschöpfen.

P.S: Auch auf der Klimakonferenz wird es darum gehen wer drängt weiter auf fossile Lösungen, wer unterstütz Transformationsprojekte, wer bremst und wer ist breit in die Zukunft zu investieren ? Ich werde mit euch zusammen genau hinschauen.

Ein spannedes Projekt auf der Klimakonfernz ist auf jedenfall Mira’s Solar-Ofen Projekt.

Danke für die knapp 2500 € die von den 3000 € schon zusammen gekommen sind, die Mira benötigt um ihre Solar Ofen-Projekt auf der Klimakonferenz zu presentieren. Ihr wollt Mira dabei unterstüzen: Hier alle Details dazu.

The Danger of a Single Song

Fast jede Bar in Dar-Salaam spielt Bongo Flava. Überall gibt es ein DJ. Vor allen im Samaki Samaki wird die ganze Nacht zu Bongo Flava gefeiert

Bia tamu (köstliches Bier) – Damit fing alles. Viele gute Geschichten fangen mit einen Bier in einer Bar an. Diese Geschichte fängt mit Bia tamu im Daladala an – also in eine der Busse, die das Herzstück de ÖPNV in Dar-Es-Salaam bilden.“Enjoy. Life is to short. Bia tamu“. Das ist kein Ratschlag meiner Mitfahrer, das ist der Refrain einer der größten aktuellen Bongo Flava Hits in Tanzania. Überall ist er zuhören beim Gemüsehändler, im Garten aus dem Radio der Nachbar:innen aber vor allem in jedem Daladala. Generell ist Bongo Flava unausweichlich in Dar-Es-Salaam. Überall legt er sich wie ein Schallteppich über Dar-Es-Salaam.So sicher wie morgens beim Sonnenaufgang die Hähne krähen, so sicher hört man Bongo Flava wenn man seine Tage in Dar-Es-Salaam verbringt. Es wird (gefühlt) von Allen gehört, über alle Altersgruppen. Aber der erste Bongo Flava Song der mir richtig ins Ohr ging war Bia tamu (Mario).Es folgten viel weitere Kilometa , Sukari, Teacher, Chura Superstar

Habari ya  Dar:

Das Neustes aus Dar-Es-Salaam. Hier findet ihr in einer Spotify-Playlist die Bongo-Flava Songs, die ich immer wieder als Ohrwurm habe und bei mir im Loop rotieren.

[Okay „Neuste“ ist relativ, ich bekomme es halt mit wenn es schon ehe mainstream ist und alle hier hören .]

Bongo Flava ist tanzanischer Hip-Hop, Rap auf Swahili- aber vor allem auch um einiges komplexer als das. Bongo Flava mischt klassische HipHop-Beats mit eigen Ideen, Erfahrungen und Einflüssen aus Tansania. Gerappt und gesungen wird auf Swahili. Gerade zu Beginn als Bongo Flava in den 90ern entstanden ist, war Bongo Flava sehr politisch. Die Songs beschäftigten sich mit Problem der Menschen, versuchten aber auch Botschaften zu vermitteln.

War ich in den ersten Wochen erst noch überfordert und alles Klang wie eine große homogene Masse, schällte sich nach und nach je länger ich hinhörte mehr von der Komplexität und verschiedenen Einflüssen heraus. Bongo Flava ist nicht im Luft leeren Raum entstanden und entwickelt sich auch vernetzt im Austausch mit vielen Musikrichtungen, Einflüssen und Ideen aus der ganzen Welt weiter.(Gerade schwappt Mapiano aus Südafrika rüber nach Dar). Bongo Flava entsteht aus der „Circulation of culture“ – aus dem zusammen kommen verschiedenere Kulturen, Menschen mit verschiedenen Hintergründen- baut darauf auf, denkt die Ideen weiter, hinterfrägt sie kritisch. Damit ist Bongo Flava nicht hermetisch abgrenzt von der Rest von der Welt sondern steht im ständigen Austausch. Was sich in Bongo Flava damit wiederspiegelt gilt für vieles in Tanzania: Beim Essen, in der Sprache, in der Kultur- in allen sind die Geschichten, die Prägungen und Einflüsse verwoben, die hier in Tanzania zusammen trafen.

Playing with received materials in such a way as to wrest new possibilities from them by dislocating their component parts and redeploying them in new ways.

Paul Youngquist on Bongo Flava

 Daraus webt sich die tansanische Identität- daraus entsteht die Swahili-Kultur. In Tanzania kommen hunderte verschiedene Stämme zusammen, arabische und indische Einflüsse durch den Jahrhunderte langen Handel entlang der Küste. Einflüsse aus verschieden afrikanischen Kulturen, durch Menschen die im Zuge des Skalvenhandels an die tanzanische Küste verschleppt wurden. Prägungen durch die Ausbeutung und Unterdrückung durch die Kolonialisierung. Durch den Wiederstand und die gemeinsame Unabhänigkeitsbewegung erst gegen die deutsche Besatzung, dann gegen die britische. Heute ist Tanzania geprägt und ändert sich durch Migration aus Nachbarländern zum Studium und Arbeit, durch verwobene wirtschaftliche Beziehungen auch immer stärker mit China, auch Geflüchtete aus Nachbarländern und nahen Regionen verändern Tanzania. Einige junge Tansanier:Innen aus der Mittelschicht studieren und arbeiten eine zeitlang im Ausland und bringen dabei Ideen und Einflüsse zurück nach Tansania.

Alle Kulturen entstehen und verändern sich in Austausch und Kontakt zu anderen Kulturen. Wir vergessen es nur immer wieder oder sehen es kaum noch. Auch Deutschland hat sich aus hunderten verschieden Stämmen gebildet, auch Deutschland ist geprägt von der Einwanderung verschiedener Menschen. Mir fällt es in Tansania nur besonders auf. Was mir auch in Tansania und an Bongo Flava auffällt ist, dass es ein größers Bewusstsein und positiven Umgang dafür gibt. Eine Offenheit dafür sich zu verändern, neue Einflüsse in die eigene Identät einzuweben, damit zu spielen oder wie es Bongo Flave ausdrücken würde: zuremixen.

(…) culture is not something that is fixed; rather, it is constantly in motion, creating an amalgamation of influences which can transform cultural identity. Moreover, I would argue that the “hybridity”displayedby IsonMistari  [Bongo Flava Artist] goes evenfurther than previous Indian Ocean traditions as it combines culture, language and music of the Indian Ocean with influences from across the globe

Danny Sanders (100 % TZ Flava,2019)

Ich hab in Tanzania Elif Sharak gelesen. Eine Autorin mit türkischen Wurzeln, die  inzwischen in UK lebt und arbeitet. Sie schreibt über multiple belongings. Sie lehnt es ab sich nur mit einer starren Definition ihrer Identität und Herkunft zufrieden zu geben. Für sie ist Identitä und Herkunft dynamisch und diverse.Multiple belongings sind fruchtbar, wertvoll und völlig normal.

Who Am I? Do I have a single identity – based on nationality, ethnicity, religion, class, gender or geography?

Or am I essentially a mixture of multiple belongings, cultural allegiances and diverse inheritances, backgrounds and trajectories? How we define our identity will shape our next steps

Elif Sharak,How to Stay Sane in A Age of Division

Chimamanda Ngozi Adichie eine nigeranische Schriftstellerin warnt in einen Vortrag (unbedingt ansehen !) vor der Danger of a Single Story“. nur ein Bild zu zeichen, nur eine Geschichte zu erzählen.

So ist Tanzania. So ist Afrika. So ist Deutschland.

Deutschland ist mehr als Lederhosen.

Tanzania ist mehr als Trommeln. 

More than a Single Song:

Genauso geht es mir nach und nach mit Musik. In der Musik spiegelt sich die Komplexität, die Vielschichtigkeit in Tanzania wieder. Am Anfang war es noch ein homogenes Klangbild dominiert von Bongo Flava.

Doch nach und nach haben Mira und ich in Tanzania durch Musik immer neue Facetten kennengelernt. Ich will euch ein bisschen auf eine Reise durch die Musik,  zu den Musiker:innen mitnehmen die uns begegnet sind, zu der wir getanzt haben, gesungen haben und dadurch verschiedene Geschichten & Facetten in Tanzania kennengelernt haben. The Danger of a Single story ist nur eine einfach Geschichte zu erzählen und sie für Allgemein gültig zu halten. The Danger of a Single Song ist es nur Bia tamu zu hören.  In Deutschland wird mehr als Bier getrunken, vielen trinken inzwischen gar keinen oder kaum Alkohol. Auch in Tanzania wird mehr als Bongo Flava gehört. Obwohl es sowohl mit Bier als auch Bongo Flava vtl zu nächst anders wirkt.

On the Gittare

Mira war es wahrscheinlich schon lange klar – Ich hab es hier erst (neu)gelernt: Einer der besten Wege um neue Menschen kennen zu lernen ist eine Gitarre. Gemeinsam zu singen verbindet gleich viel mehr als jedes Gespräche in gebrochen Swahili. Wo auch immer wir die Gitarre auspacken – sofort sind Menschen da um miteinander zu singen. Dabei wird meistens sehr viel Ed Sheeren und Bruno Mars gesungen. (Für beide würde sich wahrscheinlich mal eine Tanzania-Tourne lohnen, beliebt genug sind sie hier). Wir haben aber auch viele tanzaniche Klassiker gelernt. Vor allem: Maleika (= Engel).

Maleika ist mit ziemlicher Sicherheit das berühmteste Liebeslied aus Ostafrika.

Wir haben Maleika von zwei Musikern gelernt die wir in Magoroto getroffen haben. Später haben wir einen fast gefühlt einen ganzen Tag mit nur mit Gitarre auf einem Boot auf dem See in Magoroto verbacht.

Gorodon und MIra auf einen Dach in Zanzibar um den abend zusammen ausklingen zu lassen
Ja wir hatten die Gitarre wirklich schon fast überall dabei….


Shauti Za Busara

Tunakomaa !✊[Kiswahili: We are strong]

Das haben wir immer wieder auf den Sauti Za Busara Musikfestival geschrien in Zanzibar.

Den das Motto war: <<Paza Sauti Za Wanawake: Amplifiying Women’s Vocies>>

Paza Sauti Za Wanawake: Amplifiying Women’s Vocies

Motto Sauti YA BUSARA 2022

Im Line-Up fast nur Frauen.

Der Chef des Festival hat am Anfang betont „In the hands of the right people mircrophones are our weapon to fight injustice,to built peace and unit across boarders“ Und so hat sich das Sauti Za Busara auch angefühlt. 3 Nächte voll mit Musik,Tanzen und immer wieder empowernede messages.

Tharab

Während wir nachts in Zanzibar auf den Sauti Za Busara waren haben wir tagsüber Stonetown erkundet. Ganz in Kontrast zum bunten, offenen und diversen Musikfestival auch den alten Sklavenmarkt. Unter einer alten Kirche in Stonetown sind noch die dunklen Kammern erhalten in den Sklaven die vom tanzanischen Festland nach Zanzibar verschleppt wurden unter menschenunwürdigen Bedingungen eingespeert wurden. Zanzibar war das Zentrum des Sklavenhandels in der Region. Von hier wurden Sklaven weiterverkauft oder auf den Gewürz-Farmen auf Zanzibar ausgebeutet. Dadurch kammen auch verschiedene Gruppen von Menschen und damit ihre Musik nach Zanzibar. Damit schließt sich der Kreis zum Sauti Za Busara. Grundlage für viele moderne Musikrichtungen vor allen Bongo Flava in Tanzania is Taarab. Taarab wurde in Zanzibar erfunden aus den Einflüssen der verschieden Kulturen, die auf einander trafen. Taarab wurde später stark von ehmaligen Sklaven geprägt, nach dem die Sklaverei in Zanzibar abgeschaft wurde. Viele Sklaven die ihre Freiheit erlangten waren trotzdem nicht frei. Oft waren sie weiter wirtschaftlich abhänig und wurden weiter als Menschen zweiter Klasse behandelt. Musik war daher auch ein Weg des Empowerments. Besonders deutlich wird das ander Geschichte von Siti Binit Saad. Sie war Tocher von Sklaven. Sie gilt als die Begründerin von Swahili Taarab. Für sie war es ein Weg tortz der Diskriminierung die sie als Frau und wegen ihrer Herkunft erfuhr sich eine hörbar ein Stimme zu verschaffen. Mit ihre Musik setze sie sich für soziale Gerechtigkeit ein und sprach Missstände an. In Bongo Flava klingt noch heute ihr politisierender Einfluss nach. Musik hat die Macht zu verändern, eben auch auf politischer Ebene wie Taarab und Bongo Flava zeigen.

The musci genere, taarab is a prodcut of this circulation of cultures. It was born the Egyptian urban classical music known as tarab, brougth to the island by the Omani, Sulatan Baraghash in 1880. Zanzibari taarab can beidentfied by its use of Middle Eastern instrumentation, heterophonic melodies, Kiswahili lyrics and the Arabic modal system known as maqamat

Danny Sanders (100 % TZ Flava,2019)

Beyond Bongo Flava

Jumatano (=Mittwoch) ist für uns fast schon ein Jour Fix. Jeden Mittwoch gibt es den Jumatano Groove in der Aliance Francaise. Jeden Mittwoch andere Musik, andere Musiker:innen: aus Tanzania, aus Ostafriak oder auch mal aus La Reunion.

Das haben wir erst entdeckt weil ein Freund von uns dort aufgetreten ist. (Besser als ein Konzert mit Tofa in der Aliance Francaise ist eigentlich nur mit ihm in unseren Garent zu chillen mit Hängematte und Gittare) Neben der Aliance Francais gibt es noch viel weitere Orte wo wir in Dar Musik entdecken können die über Bongo Flava hinausgeht. Im Nafasi Art Space gibt es auch immer wieder Konzerte. Dort wird Musiker:innen auch im wahrsten Sinne eine Raum für ihre Kunst geben. Wir haben dort an einem abend Upendo und ihre Band getroffen und hatten quasi ein Privatkonzert im Proberaum.

Und das alles sind nur die Ort, Menschen und Musik, denen wir in der kurzen Zeit die wir bisher hier sind begegnet sind. Es lohnt sich genauer hinzu hören.

Tofa Jaxx beim Konzert in der Aliance Francaise
Nochmal neue Musik: Benga-Musik, Raggie, Blues; in der Aliance Francais kann man über den eigen Tellerrand hinaus hören

P.S: Es gibt wahrscheinlich noch so viel Musik zu entdecken mit der wir noch nicht wirklich viel zu tun hatten. Als wir an Weihnachten bei einer Kollegin eingeladen waren sind wir ganz kurz in die Weihnachtslieder und Kirchenliederbubble abgetaucht. Auch bei unseren Host William spielt der Fernseher meistens im Hintergrund Gospel und christliche Musik im Loop. Am schönsten und einprägsamsten fande ich dabei bisher das gesunge Baba Yetu (=Vater Unser). Ich finde das kann so auch ins EKD-Gesangbuch direkt übernommen werden. Btw. wer aufmerksam im EKD-Gesangsbuch blättert, der entdeckt tanzanische Einflüsse und sogar ein bisschen Swahili (EG 116, Er is erstanden , Halleluja/ Mfurahini Haleuya) Kultur ist eben einständiger remix und austausch für mich. Wir und unsere Musik hat multiple belongings. Und für mich klingt das gut.

Verloren: We can not adapt

Ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Auswirkungen der Klimakirse, die sich wie ein Lauffeuer über den gesamten Planeten erstrecken, scheinen oft so viel drastischer und überwältigend im Vergleich zu den Versuchen die Krise einzudämmen.

There are limits to adaptation and adaptive capacity for some human
and natural systems at global warming of 1.5°C, with associated losses.

IPCC 1.5°C REPORT SUMMARY FOR POLICY MAKERS

So fühlt es sich manchmal an, wenn ich die vielen kleinen Projekte sehe, die Anstrengung CO2-Emissionen zu vermeiden (mitigation of climate change) und sich an die Auswirkung der Klimakrise anzupassen (adaptation to climate change). Im Kontrast dazu erlebe ich ganz konkret, was jetzt schon an Verlusten und Schäden (loss and demage) unwiederbringlich durch zunehmende Extremwetter, steigende Meeresspiegel und subtilere Auswirkungen der Klimakrise, wie Küstenerosion oder Bodenversalzung, ausgelöst werden. Wie gehen wir mit Verlusten um? Was heißt es, wenn wir etwas unwiederbringlich verlieren? Die Debatte um Loss & Damage fokusiert sich genau darauf. Die Klimakrise ist nicht länger ein bedrohliches Zukunfsszenario, sie ist Realität, sie ist Alltag. Deshalb fordern gerade Akteure aus dem Globalen Süden, endlich auch ehrlich darüber zu sprechen: Was bedeuten die Verluste für uns? Wie gehen wir damit um?

We can not adapt to starvation. We cannot adapt to extinction, we cannot adapt to lost cultures, lost traditions, to lost histories, and the climate crisis is taking all of these things away.

Vanessa Nkate, Klimaaktivistin aus Uganda

Loss & Damage in Tanzania

Das Tanzanian Country Climate Change Risk Assesment geht davon aus, dass Tanzania 2030 2% seines Bruttoinlandprodukts (BIP) durch Auswirungen der Klimakrise verlieren wird.

Es geht aber um Vieles mehr als nur wirtschaftliche Schäden und wer dafür am Ende zahlt. Die Weltbank sagt vorraus, dass in Tanzania, allein in der Victoria-See Region, bis 2050 über 16.6 Millionen Menschen gezwungen sein werden, aufgrund von Klimaveränderungen und deren Auswirkungen, ihre Heimat zu verlassen. Es geht darum, dass Menschen ihre Heimat verlieren. Menschen ihre Traditionen aufgeben müssen. Teile ihrer Kultur, ihrer Identiät und Lebensgrundlage verlieren. Viele Hirt:innen in Tanzania werden zum Beispiel Großteile ihrer nomadischen Kultur und Identität aufgeben müssen, da die Klimakrise Weideflächenverknappt und die Flächenkonkurenz zur Landwirtschaft verschärft.

Quelle:WorldBank Report: Groundswell Africa.

Wasserknappheit in Dar: Was wasche ich?

In Europa habe ich die Klimakrise oft mehr als technisches Problem erlebt. Welche Innovation senkt jetzt die Emissionen? Ein starker Fokus auf Technik, die uns irgendwie schon retten wird. Hier ist der Fokus anders. Es geht weniger um abstrakte Tonnen CO2, Reduktionspfade und wann wieviel % Reduktion erreicht wird. Hier steht im Zentrum, was jetzt schon ist: Zunehmende Extremwetter, steigende Meersspiegel und all die unmittelbar und indirekten Auswirkungen auf das Leben hier vor Ort. Eigentlich hätte Anfang Oktober die Regenzeit (Vuli) beginnen sollen, die bis ca. Ende Dezember geht.  Bis Ende November: kein Regen. Die Wasserstände der Flüsse, die Dar-Es-Salaam mit Wasser versorgen, sanken weiter. Das öffentliche Wassernetz in Dar-Es-Salaam lieferte nur noch selten Wasser. Die Wassertanks leerten sich immer mehr, Arbeitskolleg:innen warnten mich davor Essen direkt von der Straße zu kaufen, da Wasserknappheit dazu führt, dass oft auch das Wasser fehlt, um alles hinreichend zu spülen. Ich hab angefangen Wasser zu sparen, mir genau zu überlegen, wofür verwende ich jeden kostbaren Tropfen. Wann spüle ich? Was wasche ich? Was kann warten? Für mich waren die Auswirkungen zwar unmittelbar spürbar aber harmlos. Anders in anderen Regionen in Tanzania.

Dürre in Kidomole: Das Gras ist nicht grüner

Es wird gesagt : Das Gras ist grüner auf der anderen Seite. Aber nicht in Kidomole. Dort gibt es keine andere Seite mehr, die grün ist. Hirt:innen erleben dort eine einschneidene, anhaltende Dürre und sind gezwundgen mit ihren Verlusten und Auswirkungen umzughen. Um die Auswirkungen der Klimakrise für ein Projekt mit dem CAN International zu dokumentieren, haben wir ein Dorf in Kidomole besucht. Wir haben Hirt:innen getroffen, die schwache Tiere zurücklassen mussten, die sie nicht mehr in der Dürre hinreichend versorgen konnten. Ich habe zugehört, wie sie uns erzählt haben, dass 90 von 450 Kühen gestorben sind. Ich habe die Kadaver der Tiere gesehen und wie die Hirt:innen darum gekämpft haben, die schwachen Tiere am Leben zu halten. Jedes Tier ist Teil des Einkommens. Die Tiere, die Lebensgrundlage der Hirt:innen. Die Viehzucht, tief verwurlzt in ihren Tradtionen und Identiät. Hier waren auf einmal die Schäden und Verluste (loss and damages) der Klimakrise sehr real und unbestreitbar.

Mehr über die Dürre in Kidomole und die Auswirkungen erfahrt ihr hier.

“Most of our cows and animals are dead because of draught and also many other people have been affected with the lack of water for a long period of time.“ 

Mama Raphael, Hirtin im von der Dürre betroffenen Kidomole

Klimakrise an der Küste: Wie Salz in der Wunde

Wie Salz in einer offenen Wunde. So muss es sich für Fischer:innen in Kibiti anfühlen, die die Fischerei aufgeben mussten und stattdessen Bauer:innen werden mussten, nur um dann zu erleben, wie das zunehmende Vordringen und Eindringen von Salzwasser in ihre Felder, diese unfruchtbar werden lies. Dadurch entstand ein Teufelkreis. Bauer:innen rodeten mehr Magroven, die eigentlich die Küstenlinie schützen, um an fruchtbare Feld zu kommen. Durch den Verlust der schützenden Mangroven sind die Felder zunehmend der Versalzung ausgesetzt, was zu neuen Rodungen führt. Die lokale Gemeinschaft in Nyamisati an der Küste in Kibiti versucht aber jetzt diesen Kreis zu durchbrechen. Sie haben angefangen aktiv die Mangroven wieder aufzuforsten und ihre Küstenline zu schützen.

Für das selbe Projekt, bei dem ich bereits Kidomole besuchte, durfte ich in Kibiti die Auswirkungen der Klimakrise an der Küste beobachten und festhalten. Mehr darüber erfahrt ihr hier.

„I have changed from fishing to farming because fishing was not suitable and I have a family to take care of.”

Farmer und ehemaliger Fischer in Kibiti

Lebensmodelle, Traditionen und Gewohnheiten sind aufeinmal nicht mehr tragfähig, werden unmöglich. Generationen-lang haben Fischer:innen das Dorf Nyamisati geprägt und versorgt. Jetzt verdrängt und bedroht die Klimakrise diese Lebensweise.

Was ist gerecht ?

Durch das Drängen und die unermüdliche Arbeit von Akteuren aus den globalen Süden, allen voran durch die Alianz kleiner Inselstaaten (Aliance of Small Island States- AOSIS),ist seit 2007 Loss and Damage im Rahmen der internationalen Klimakonferenzen und Verhandlungen offziele im UN Framework (UNFCCC) verankert. 2013 wurde erstmal mit dem Warsaw International Mechanism for Loss and Damage erste internationale multilaterale Regelunen und Vereinbarungen zum Umgang mit Loss and Damage getrofen. Noch sehr vage aber immerhin ein Fundament auf dem versucht werden kann auf zu bauen. Der Mechanismus adressiert Loss and Damage auf drei Ebenen: Besser verstehen was passiert (enhanching knowledge and understanding ), Dialog und Kooperation stärken (strenghten dialouge, coordination, coherence and synergies amog stakeholders) und Untersützung und Handeln intensivieren (enhancing action and suport, including finance,technology and capacity-building).Im Paris Abkommen von 2015 ist festgehalten, dass alle Länder dafür verantwortlich sind im Angesicht der steigenden Verluste und Schäden zu handeln.

Problematisch dabei ist, der Warsaw Mechanismus schließt explizit jegliche finanziellen Verpflichtungen aus. Industrieländer können somit nicht rechtlich noch finanziel dafür verantwortlich gemacht werden, welche Schäden sie durch das Anheizen der Klimakrise verursachen. Besonders die historische Verantworung für die Schäden und Verluste wird von den Industrieländern nicht anerkannt. Gerecht ist die Länder im Umgang und der Kompensation von Schäden und Verlusten zu untersützen, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, jetzt aber am stärksten darunter leiden. Klimagerechtigkeit geht daher nicht ohne Verantwortung zu übernehmen: vor allem auch durch finanzilien Support genauso wie technische Unterstützung.

Für mich geht die Suche nach den richtigen Umgang mit Schäden und Verlusten aber noch weiter als technische und finanzielle Hilfe. Ich merke wie es um mehr geht als wirtschaftliche Schäden zu kompensieren. Tiefe Einschnitte in Kultur wie Traditionen oder Lebsenstile, Identiäten und Selbstbestimmung können nicht einfach durch Geld aufgewogen werden. Wir werden als Gemeinschaften neue Wege finden müssen, um zu begreifen was die Verluste bedeuten. Es wird uns viel Zeit, Kraft und Arbeit kosten mit allen Gefühlen um zu gehen, die eine solche Menge an einschneidenden Verlusten weltweit auslösen. Wie erinnern wir uns an die Verluste, wo schaffen wir Räume dafür. Nicht erst seit der Gründung der Psychologist For Future ist klar: Klimakrise ist nicht nur ein technisches Thema. Es ist eine multiple Kirse, die wir nur multidizipliär bearbeiten können. Es geht auch um Kulturerbe, um Mental Health, um die Verabreitung von kollektiven und vielen ganz persönlichen Verlusten. Dafür brauchen wir soziale Innovationen. Auch wenn die Kirchen oft in den vergangen Jahrzehten als Motor sozialer Innovationen ins stocken geraten sind, bin ich überzeugt, das Glaube und Religionen ein Schlüsselrolle dabei spielen können einen gemeinsam Umgang mit den Verlusten zu finden die wir weltweit durch die Klimakrise erleiden. Ein Umgang mit Trauer, Schuld, Wut, Versöhnung, Gerechtigkeit und Begleitung. Und Kirchen waren schon immer Experten für Hoffung und Mut. Je mehr Verluste wir durch die Klimakrise erleiden, desto mehr Mut und Hoffnung werden wir brauchen.

Jua kali ! – Vom Aufgang der Sonne

Jua kali ! – Wie oft hab ich das gehört und gesagt in den letzten Wochen, wenn mir der Schweiß von der Stirn getropft ist.  Es heißt so viel wie „ Die Sonne ist sehr stark / Die Sonne sticht sehr stark“. Sprich die Sonne scheint und allen ist heiß.

Sonnenaufgang auf dem Weg zu Arbeit

To Hot To Learn : Ohne gegen Maßnahmen werden Büros und Klassenzimmer zu heiß zum lernen und arbeiten. Studien zeigen klar: Das ist ein Problem. Auch ich merke: An besonders heißen Tagen bin ich müder, kann mich schlechter konzentrieren und bin frustriert, wenn ich nicht das schaffe ,was ich eigentlich mir vorgenommen habe.

Wer mehr dazu wissen will wie der Klimawandel Bildung beeinträchtigt:

UNICEF hat das Problem genauer analysiert

Infobox zu Bildung & Klimawandel

Sonnenklar: 100 % Erneuerbare Energien für Tansania

Doch jua kali ist auch eine Chance für Tansania. Durch die hohe Sonneneinstrahlung (4-7 kWh/m2) hat Tansania ein sehr hohes Potential für Solarenergie ( PV-Potential TZ: 3.8 bis 5.0 kWh /kWp, zum Vergleich DE: 2.6-3.4 kWh/kWp). Auf dem Dach vom Climate Action Network sind schon Solarzellen. Wenn selten kurz der Strom aus dem öffentlichen Netz ausfällt, läuft bei uns in Büro alles weiter. Viele Regionen und Dörfer außerhalb von Dar Es Salaam haben noch kein Anschluss ans öffentliche Netz. Etwa 37 % der Haushalte in Tansania haben einen Anschluss zum öffentlichen Stromnetz. Dabei varriert die Rate stark von Region und zwischen Städten. In Dar sind ca. 85,7 % aller Haushalte ans Netz angeschlossen. Der Netzausbau und Anschluss kann teuer und langwierig sein. Daher ist Solarenergie eine günstige Chance Haushalte und Gewerben Zugang zu Strom zu ermöglichen auch ohne sie ans Netz anzuschließen. Schon mit relativ kleinen Anlagen kann genügend Energie gewonnen werden, um damit Aktivitäten zu ermöglichen, die mehr Bildung und Einkommen schaffen. Ein gutes Beispiel dafür ist das aktuelle solare Bewässerungsprojekt vom Climate Action Network Tansania. Dabei werden Wasserpumpen, mit Solarenergie betrieben und installiert umso genügend Wasser zur Bewässerung der Felder zu fördern. Ohne Solarpumpen sind Bauer:innen gerade  auf Wasser aus natürlichen Quellen angewiesen. Der Klimawandel sorgt für unregelmäßige Regenfälle und Dürreperioden. Dadurch können sie Bäuer:innen nicht mehr auf den Regen verlassen. (Auch in Dar-Es-Salaam warten wir immer noch seit Oktober auf den Regen aus der Vuli-Season: siehe mein vorherigen Blogeintrag) Durch solare Bewässerung können sie sich an das veränderte Klima anpassen und Ernteausfälle verhindern. Durch die Bewässerung können sie sogar statt nur in den Regenzeiten das ganze Jahr über Lebensmittel anbauen. Das ermöglicht Planungssicherheit und auch sogenannte Cash Crops anzubauen. Also der Anbau von Lebensmittel, die nicht zum Eigenverzehr genutzt werden sondern gewinnbringend verkauft werden. Somit können Familien ihr Einkommen steigern und sich mehr Bildung und Wohlstand leisten. Damit das Projekt auch nachhaltig ist und nicht irgendwann die solaren Pumpen nicht mehr gewartet werden, werden in den Communties Techniker für die Reperatur und Instandhaltung ausgebildet. Darüber hinaus bekommen die Bäuer:innen in Workshops und Traings Wissen zu Climate Smart Farming und Agribuisness. Das hilft dabei um die Bewässerung nutzen zu können und durch die Mehreinnahmen auch Instandhaltungskosten zahlen zu können.

Auch für andere Erneuerbare Energien wie Wind und Geothermie ist das Potential hoch. Tansania ist reich an Erneuerbaren Energien- zumindest potentiell. Das Climate Action Network Tansania (CAN TZ) hat daher 2017 zusammen mit Brot für die Welt und weiteren Partnern eine Studie durchgeführt, die einen Weg zu 100 % Erneuerbaren Energien in Tansania aufzeigt. Dafür müssen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen, politischen Entscheidungen und Finanzierungen her damit das Up-Scaling schnell und nachhaltig gelingt. Über Policy Brief und Policy Recommondations zeigt Can TZ Lücken in bestehenden Strategien auf und beteiligt sich daran diese zu fühlen. Das Climate Action Network Tansania aktiviert daher relevante Stakeholder, unterstützt sie mit seiner Expertise und hat mit der National Coalation for Reneweable Energies auch eine Plattform zum Austausch geschaffen.

Von Ganz oben: Die Rolle kirchlicher Organisationen

Ein Stakeholder der besonders Nahe vor Ort präsent ist, dort wo Solaranlage auf die Dächer müssen und die Transformation konkret begingt, sind die Kirchen. Daher hat CAN TZ auch 2020 eine ausführliche Studie durchgeführt, wie Kirchen in Tansania die Energiewende katalysieren und beschleunigen können. Mein Host Wilheam war auch aktiv beim Church Council of Tanzania (CCT) daran beteiligt, Projekte umzusetzen, die unter anderen den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen. (Vtl dazu irgendwann mehr)

Doch eigentlich will ich euch heute eine ganz andere Geschichte zu Solarenergie in Tansania erzählen: von Sand, Farbstoffen, Experimenten und Neugier

Farbe bekennen: Forschen an Solarzellen

Nach dem ich aus Neugierde den Campus der University of Dar Es Salaam (UDSM) besichtigt habe und am Chemistry Department vorbei gelaufen bin, wollte ich mehr wissen. Wer forscht dort ? Woran wird geforscht ? Daher hab ich mich auf der Instituts-Seite des Chemistry Department umgeschaut und einen jungen Forscher entdeckt, der auf einen ähnlichen Bereich forscht, wie ich in meiner Bachelor-Arbeit. Darum habe ich Geradius gleich angeschrieben und er hat mich eingeladen sein Institut zu besichtigen. Er hat mir die Labore gezeigt, seine Kolleg:innen vorgestellt und viel von seiner Forschung erzählt.

Das Chemistry Department der UDSM

Wer sein Haus auf Sand baut

In der klassischen Solarzelle steckt eine Menge Silizium. Silizium gibt es wie Sand am Meer, den genau daraus, aus Sand, kann Silizium gewonnen werden. Doch so viel Sand der geeignet ist, gibt es gar nicht (siehe Böhmerman et al.) und die Siliziumgewinnung braucht viel Energie. Durch Wasserknappheit in China konnten dort viele Staudämme weniger Energie liefern (Klimakrise…) , Silizium-Schmelzwerke standen still, Chipshersteller konnten nicht mehr produzieren, so das selbst deutsche Autohersteller Probleme in der Produktion bekamen. Daher stellt sich die Frage: Sollen wir beim Ausbau der Erneuerbaren Energien nur auf Solarzellen aus Sand bauen ?

 24 »Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, wird am Ende dastehen wie ein kluger Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baute. 25 Als dann die Regenflut kam, die Flüsse über die Ufer traten und der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, stürzte es nicht ein, weil es auf Fels gebaut war. 26 Wer dagegen diese meine Worte hört und sich nicht nach ihnen richtet, wird am Ende wie ein Dummkopf dastehen, der sein Haus auf Sand baute. 27 Als dann die Regenflut kam, die Flüsse über die Ufer traten, der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, fiel es in sich zusammen und alles lag in Trümmern.«

Mt 7,24–27 , Gute Nachricht Bibel

Bei meinen Besuch im Chemistry Department hab ich festgestellt, dass viele der Forscher:innen christlich sind. Zwei haben mir auch erzählt, dass sie als Pfarrer einen Gemeinde leiten. Neben dem Laborjournal und Fachbüchern lag ganz selbstverständlich die Bibel auf dem Schreibtisch. An der LMU in München und der Universität Stuttgart habe ich eher erlebt das Glaube und Forschung stark von einander getrennt werden. An der Uni habe ich selten über mein Glaube gesprochen und in meiner Gemeinde wenig über meine Forschung. In dem Labor, dass ich an der UDSM besucht habe, stellt das kein Wiederspruch dar. Problemlos konnte ich in einem Gespräche über Gott und die Welt reden. Und zum Thema bauen auf Sand hat die Bibel auch eine klare Meinung.

ExkurS: Gott unD DIE WELT

Von den Profis lernen

Nur auf Sand bauen war schon immer keine gute Idee. Daher haben sich Forscher:innen die Frage stellt: Wie kann ich Energie aus Sonne gewinnen ? – Zur Inspiration reicht ein Blick in den Garten – ins Grüne. Pflanzen sind seit Millionen Jahren Profis darin Sonnenenergie zu nutzen. Durch einen Farbstoff absorbieren sie das Sonnenlicht und damit des Energie. Genau das ist die Idee hinter Farbstoff-Solarzellen. Ein Farbstoff nimmt die Energie des Sonnenlichts auf. Dadurch werden Elektronen im Farbstoff in einen energetisch angeregten Zustand versetzt. Aus dem energetisch an geregten Zustand lassen sich die Elektronen leicht weitergeben. Dafür werden die Farbstoff auf einen Halbleiter (z.B. Titaniumoxid) verankert, der die Elektronen leicht aufnehmen kann. Und schon bewegen sich die Elektronen – Strom fließt.

Der Vorteil von Farbstoff-Solarzellen:

  • niedrige Kosten
  • sehr leicht
  • sehr dünn und flexibel
  • können diffuses Licht gut nutzen (also nicht direkte Sonneneinstrahlung)

Viele der Farbstoffe enthalten gerade noch relativ teure Übergangsmetalle wie Rhodium oder Iridium. Zwar in relativ geringen Mengen aber dadurch werden sie trotzdem teuerer und problematischer für die Umwelt. Daher versuchen Forscher:innen andere Farbstoffe zu finden entweder mit billigere Metallen oder ganz metallfrei. Ich habe in meiner Bachelorarbeit, auch an Farbstoffsolarzellen geforscht, die Farbstoffe aus Kupfer-Komplexen statt Iridium enthalten. Auch daran wie der Farbstoff gut auf der Halbleiteroberfläche verankert werden kann. Ist der Farbstoff nicht gut verankert, können die Elektronen nicht gut weitergeben werden und der Wirkungsgrad sinkt.

Schematische Darstellung einer Farbstoffsolarzelle.

Geradius’s Forschung

Fest verankert: Stabile Farbstoff-Solarzellen

In seiner Forschung zu Farbstoffsolarzellen konzentiert sich Geradius auf metallfreie Farbstoffe. Auch Pflanzen nutzen für die Photosynthese metallfreie Farbstoffe. Wenn die Farbstoffe Sonnenenergie aufnehmen kommen sie in einen energetisch angeregten Zustanden. Sie haben jetzt sehr viel Energie und wollen etwas damit machen. Daher sind sie sehr reaktiv. Anders als bei Pflanzen ist es noch nicht gelungen metallfreie Farbstoffe in Farbstoffsolarzellen so einzubetten, dass sie über Längerzeit stabil bleiben obwohl sie immer wieder in hochreaktiv, energetische Zustände versetzt werden. Als Ausweg hatte man daher zunächst Farbstoffzellen mit Metall-Komplexen als Farbstoff entwickelt. Die Metall-Komplexe sind wesentlich stabiler und reagieren nicht ganz so leicht. Es gibt verschiedene Strategien zu versuchen zuverhindern, dass die Farbstoffe im angeregten Zustand reagieren. Geradius versucht die Übertragung des Elektrons aus dem angeregten Zustand in den Halbleiter zu Beschleunigen. Wird das Elektron schnell übertragen, ist der reaktive Zustand nur kurz vorhanden und eine Reaktion wird unwahrscheinlicher.

Geradius untersucht wie Farbstoffe auf einer Titaniumoxid-Oberfläche verankert werden können (Abbildiung aus Geradius Deogratias et al. 2020)

Geradius versucht daher unterandern Ankergruppen zu finden, die zum einen den Farbstoff fest auf der Oberfläche verankern aber auch die Übertragung des Elektrons erleichtern. Verschiedene Ankergruppen zu synthesiern, zu verankern und zu messen wie gut sie eine Übertragung der Elektronen ermöglichen ist aufwendig. Es braucht viele Synthesen, Aufreinigungen und Experimente. ( In meiner Bachelorarbeit hab ich ein halbes Jahr daran gearbeitet, um allein zwei Ankergruppen zu testen). Dabei kann viel Zeit und Arbeit dabei drauf gehen, etwas herzustellen was am Ende nicht funktioniert. Daher führt Geradius theoretische Rechnung und Modelierung durch (computational chemistry). Er baut die Moleküle im Computer nach und berechnet, wie sie sich auf der Oberfläche verhalten. Dadurch bekommt Geradius erste Daten dazu ob eine Ankergruppe viel versprechend ist, schon bevor irgendjemand im Labor die aufwendige Synthese ausprobieren muss. So können aussichtsreiche Kandidaten herausgefiltert werden. Andere Forscher:innen schauen sie solche Forschungsergebnisse, wie die von Geradius an und probieren dann im Labor aus was im Computer viel versprechend aus sah ( Experimente im Computer werden übrigens auch In Silco genannt- Da die Computerchips auf Silizium basieren).

Mach kaputt was dich kaputt macht:

Corona & antivirale Medikamente

Die Forschung an Farbstoff-Solarzellen ist nicht die einzige Forschung, die von der Natur inspierirt ist an der UDSM. Geradius forscht auch an Wirkstoffen, die als antivirale Medikamente bei der Therapie von Corona helfen könnten. Dabei untersucht er verschiedene Wirkstoffe, die aus der reichhaltigen tansanischen Pflanzenwelt isoliert wurde. Um Zeit zu sparen, macht er das auch im Computer. Dabei simuliert er wie die Wirkstoffe an das Virusprotein andocken und mit ihm Wechsel wirken. Je besser der pflanzliche Wirkstoff bindet, desto besser kann er potentiell den Virus binden und verhindern, dass er in eine Zellen eindringt, um sich zu vermehren. Andere Forscher:innen können die Ergebnisse aufgreifen als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines antiviralen Medikaments. Geradius’s Forschung zeigt: Biodiversität ist kostbar und wertvoll. Auch um aussichtsreiche Wirkstoffe zu finden, ist es wichtig auf einen Reichtum und Vielfalt an Wirkstoffkandidaten und Naturstoffen zurückgreifen zu können. Auch um resilienter gegen Krankheiten und Pandemien zu werden brauchen wir Biodiversität. Die Klimakrise bedroht die Biodiversität.

(Erste Antivirale Medikamente von Pfizer und Merck kommen auf den Markt. Erfreulicherweise haben beide Konzerne angekündigt auf den Patenschutz im Globalen Süden zu verzichten. Die Wirkmechanismen sind anders als für die Wirkstoffe, die Geradius erforscht.)

Details dazu findet ihr in seinen Papern.

Ein Wirkstoff-Kanidat und wie er mit einen Protein des Corona-Virus interagiert (Abbildung aus Gerdius Deogratias et al. 2021)

P.S: Ich hoffe ihr seht mir den sehr langen chemischen Exkurs nach. Ich musste mich zusammen reißen nicht noch viel mehr von Geradius’s Forschung zu erzählen.

Ab nächste Woche kommt Mira nach Tansania, die sich auch mit mir zusammen auf ein Jahr in Tansania beim Climate Action Network vorbereitet hat. Wir leben dann zusammen in unserer WG, in der ich gerade noch alleine bin. Sie hat noch ein Solar-Ofenprojekt in Ägypten abgeschlossen und kommt daher jetzt erst später nach Tansania. Ich freue mich sehr auf sie. (Und vtl bekomme ich sie dazu auch mal einen Gastbeitrag zu ihren Solar-Ofenprojekt hier im Blog zu schreiben- Den das ist wirklich ein sehr spannendes Projekt)

Mango-Zeit

Mango-Zeit: Auch im Garten beim Climate Action Network Tansania (CAN TZ) reifen die Mangos

Mango-Zeit = Regenzeit ?

Mangos (In Kiswahili: maembe) – Überall in der Stadt reifen gerade die Mangos. Moses, den ich auf den Kivukoni Fischmarkt kennengelernt habe, zeigt mir die Früchte. Die Mango-Bäume beginnen in Ostafrika im August zu blühen und vom November bis Januar gibt es dann reife Mangos aus Tansania. Eigentlich beginnt mit der Mango-Zeit auch die Zeit der kurzen Regen (In Kiswahili: Vuli) , das heißt ein bis zweimal in der Woche kürzere Regen (2-3 h).

Doch der Regen lässt auf sich warten. Mein Host Willam, bei dem ich mit auf dem Grundstück wohne, bewässert jeden Tag die Tomaten aus einen großen Wassertank, der vor dem Haus steht. Die brauchen jetzt besonders viel Wasser und gerade jetzt regnet es nicht. Früher war auf den Regen verlass. Jetzt schwankt der Beginn und das Ende der Regenzeiten und auch viel Niederschlag es gibt. Immer häufiger gibt es extrem wenig und dann wieder extrem viel Regen- Jahre mit Dürreperioden und Jahre mit stark Regenereignissen häufen sich. Folgt auf sehr trockene Jahre ein Jahr mit stark Regen kann der ausgetrocknete Boden die Wassermassen kaum aufnehmen und wir leicht wegschwemmt. Dadurch geht wichtiger fruchtbarer Boden verloren. Willam zeigt mir wie er seinen Garten so angelegt hat, dass Bäume Schatten spenden und das Austrocknen des Bodens verhindern und auch mit ihren Wurzeln verhindern, dass die Erde leicht weggeschwemmt wird. William kennt noch mehr Tricks mit den sein Garten widerstandsfähiger gegen die sich ändernden Wetterbedingungen wird. Er hat jahrelang für die Kirchen in Tansania als Projektmanager Projekte konzipiert die den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien aber auch die Anpassung von Kleinbauern an die Klimakrise fördern. Jetzt ist er im Ruhestand aber immer noch eng verbunden mit dem Climate Action Network Tansania(CAN TZ) , dass durch sein Arbeit und durch Unterstützung der Kirchen mitaufgebaut wurde.

Für Bauern ist es wichtig zu wissen, wann und wie viel es regnet, erzählt mir Mkombozi, der Chef der Innovation & Research-Abteilung beim CAN TZ. Dadurch können sie planen, ob sie es riskieren etwas anzupflanzen, dass viel Wasser braucht aber sie dafür teuer verkaufen lässt oder auch, wann sie aussähen.Ein wichtiger Faktor zur Anpassung sind daher möglichst verlässliche und präzise Wettervorhersagen (Climate Services). So hat die Tansanische Meteorologie Behörde (TMA) in ihrer saisonalen Wettervorhersage für die Region um Dar-Es-Salaam schon ein spät einsetzende Regenzeit mit wenig Regen vorhergesagt.

Rains are expected to be below normal to normal over most areas of the northern coast. The rains are expected to start between the third and fourth weeks of October, 2021. However, the onset is likely to be affected by high frequency dry spells.-„

TMA- CLIMATE OUTLOOK FOR OCTOBER – DECEMBER, 2021 (VULI) RAINY SEASON
Screenshot aus dem CLIMATE OUTLOOK FOR OCTOBER – DECEMBER, 2021 (VULI) RAINY SEASON der TMA

So wertvoll diese Wettervorhersage für viele schon ist, gibt es noch Hürden und Herausforderungen. Für viel potenzielle Nutzer*innen wie Fischer, Viehzüchter*innen und Bäuer*innen ist die saisonale Wettervorhersage noch zu ungenau. Die Vorhersage kann noch nur für Distrikte gegeben werden aber noch nicht lokal präziser für bestimmte Städte und Dörfer. Zum Teil liegt das daran das nicht genügend Wetterstationen vorhanden sind, die wichtige Informationen für präzisere Vorhersagen in die Modelle einspeisen könnten. Das kann bei Nutzer*innen zu Frustration und den Verlust von Vertrauen führen, wenn für sie vor Ort das Wetter anders ausfällt als vorhergesagt. Um sich in der Planung wirklich darauf verlassen zu können braucht es lokalere Angebote (Downscaling of Climate Services).Mit dem National Framework For Climate Services (NFCS) wurde in Tansania der Grundstein dafür gelegt, das nützliche, hochwertige und lokal-präzise Wettervorhersagen angeboten werden. Eines der Kernziele des Frameworks ist das Downscaling. Daher wurde es auch in der National Climate Change Response Strategy(2021) verankert.

At least 70% of conventional climate services and weather forecasts disseminated are downscaled to at least at district level by 2026

National Climate Change Response Strategy (2021)

Während sich viele Bäuer*innen noch nicht auf die Wettervorhersagen verlassen, vertrauen viel stattdessen auf Wettervorhersagen, die auf indigen Wissen beruhen( indigenous knowledge/ indigenous forecast).

Was der Bauer schon kennt

– Was hat die Klimakrise mit Bauernregeln zu tun ?-

Durch Naturbeobachtungen ist in vielen Gemeinschaften über Jahrhunderte ein tiefes Wissen entstanden daraus lokale Vorhersagen für das Wetter zu machen. Dabei wird genau beobachte, wie sich wichtige Indikatoren ändern. Etwa wann die Mangos blühen. Stark blühende Mango-Bäume im August sagen eine trockene Regensaison mit wenig Regen voraus. Im Prinzip ist indigenes Wissen über Wettervorhersagen vergleichbar mit Bauernregeln wie  „Morgenrot, schlecht Wetter droht – Abendrot, Gutwetterbot“ Oft sind die Bauernregeln gereimt. Sie wurden meistens nicht auf geschrieben sondern wurden mündlich weitergegeben. Auch indigenes Wissen wird meistens nur mündlich weitergegeben. Viele der Bauernregeln auf sehr regional spezifische Beobachtungen und Kontexte. In Deutschland ist leider mit der Zeit die Überlieferung der Bauernregeln von Generation zu Generation verloren gegangen und so können die meisten in Deutschland kaum anhand von Naturbeobachtungen eine Wettervorhersage geben. Aber vielleicht lohnt es sich einmal für euch, euch mit euren älteren Mitmenschen und Großeltern zu unterhalten, was die dazu noch erzählen können.

In vielen Regionen wird das indigene Wissen zu Wettervorhersage noch genutzt und gepflegt. Darin liegt ein großer Schatz, der helfen kann lokal präzisere Wettervorhersagen zu treffen (indigenous weatherforecasts), die dazu beitragen können wichtige Entscheidungen in der Landwirtschaft zu treffen. Eine große Chance liegt darin das indigene Wissen und das Wissen der Meterologie zu kombinieren und einen intergierte Wettervorhersage (integrated forecast) zu erstellen und weiterzugeben. Das kann ein Lösung sein, um lokaler Wettervorhersage zu machen und  ein Downscaling zuerreichen.

Dabei sind Wettervorhersagen nur eines von vielen Beispielen wie indigenes Wissen wertvoll sein kann, um wichtige Anpassungen an die Klimakrise zu schaffen und nachhaltigeres Wirtschaften zu ermöglichen. Viele internationale Verträge wie das Pariser Klimaabkomen und das Biodiversität-Abkommen (CBD) erkennen auch die Wichtigkeit indigen Wissens an.

„Parties acknowledge that adaptation action should follow a country-driven, genderresponsive, participatory and fully transparent approach, taking into consideration vulnerable groups, communities and ecosystems, and should be based on and guided by the best available science and, as appropriate, traditional knowledge, knowledge of indigenous peoples and local knowledge systems, with a view to integrating adaptation into relevant socioeconomic and environmental policies and actions, where appropriate.“

Art. 7.5 of the Paris Agreement

Die UNESCO fordert daher, dass wir indigenes Wissen schützen und bewahren um zusammen mit Wissen aus den akademischen Wissenschaft in Kombination das best-mögliche uns zu gängliche Wissen nutzen (best available knowledge).

Wie das gelingen kann, daran arbeiten wir auch in einen Projekt beim CAN TZ.

Davon werde ich euch sicher noch viele mehr nach und nach erzählen.

Mango-Snack zum Abendessen

Darüber denke ich gerade nach wenn ich mir abends noch auf den Heimweg eine Mango frisch von einem Marktstand gekauft habe.

Wie bekommen wir das best-mögliche Wissen fruchtbar für Alle.

P.S: In Dar-Es-Salaam und im Norden von Tansania gibt es zwei Regenzeiten im Jahr. Eine Zeit mit regelmäßigen (alle 2-3 Tage), intensiven (manchmal den halben Tag lang) –  der Zeit der langen Regen (In Kiswaili: Masika von März bis Mai). Und von Oktober bis Dezember, die Zeit der kurzen Regen (In Kiswahili: Vuli) , das heißt ein bis zweimal in der Woche kürzere Regen (2-3 h). Mehr dazu hier im Climate Statement der TMA ab S.28.

Quelle: climate-data.org

Hier und Jetzt

Auf einmal geht alles schnell. Eigentlich wusste ich schon lange, dass es passiert. Jetzt überrascht es mich doch gefühlt sehr unvorbereitet:

  • Die Klimakrise ist im Herzen Europas -in Deutschland- angekommen.
  • Ich werde jetzt ab Oktober 2021 in Tansania ,Dar-Es-Salaam sein.
„Die Grafik visualisiert die Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2017; jeder Streifen steht für ein Jahr, Basis ist der Datensatz des DWD“; Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de

Erst unbegreiflich – jetzt unbestreitbar

Noch im Sommer 2019 war mir zwar klar, dass beides wahrscheinlich passiert. Da dachte ich aber noch ich werde schon in einem Jahr (ab Sommer 2020) in Tansania sein. Da dachte ich noch die Folgen des Klimawandel sind schon in Tansania sichtbar: schwerwiegende unplanbare Extremwetter wie Dürren, Starkregen und Überflutungen. Aber in Deutschland war für mich die Klimakrise noch nicht spürbar. Die Klimakrise waren noch Medienberichte aus dem Globalen Süden, Bilder von Eisbären auf Eisschollen und Prognosen des Weltklimarats (IPCC). Schockierend: – ja. Aber mehr ein düsterer Schatten aus einer möglichen Zukunft, wenn wir jetzt nicht handeln.

Darum wollte ich nach Tansania ,um vor Ort zu erleben und zu lernen, was die Klimakrise real für Menschen bedeutet. Ich kannte zwar die Warming Strips (siehe oben) und wusste in den Messdaten und wissenschaftlichen Beobachtung hatte der Klimawandel längst begonnen sich nach Deutschland einzuschleichen. Aber noch verdeckt in Zahlen, Durchschnittswerten und Statistiken. Noch nicht spürbar und sichtbar für mich. Dabei waren die Sommer 2019, 2018, und 2003 die drei heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Während die Hitze 2019 in Europa schon für viele drastisch spürbare Folgen hatte (Ich hab es gerade nochmal auf Wikipedia nachgeschaut), fühlte es sich für mich doch nach wie vor eher wie ein Vorbeben an, während mich Bilder des brennenden Amazonas viel mehr erschüttert haben.

Quelle: Quarks

Die Flut und Starkregen-Ereignisse dieses Jahr waren dagegen brutal, zerstörerisch, ganz nahe, mitten in Deutschland. Während Katastrophen die anderswo auf der Welt passieren, oft abstrakte Zahlen bleiben (x Todesopfer, y Millionenschäden) habe ich die Katastrophe im Bundesland neben an ganz anders erlebt. Auf einmal mit viel mehr Details und mit viel mehr Fragen. Plötzlich so nah (lesenwerter Artikel) Ich kannte das Gefühl nicht: Wir sind die Betroffenen. Für mich wurde es greifbar in Details: Als das Rathaus in Tel-Aviv aus Solidarität in Schwarz-Rot-Gold angeleuchtet wurde, als afrikanische Kirchen 20.000 € Soforthilfe für deutsche Flutopfer gespendet haben.

Von meinen Vater habe ich mitbekommen, dass bundesweit Notfallseelsorger angefragt und im Einsatz waren, um Menschen vor Ort zu betreuen. Es geht um mehr als Häuser wieder aufbauen und Straßen reparieren. Nicht nur in Bildern ist auf einmal die Realität getrennt in ein Davor und ein Danach.

Und noch etwas ist anders: Inzwischen ist die Forschung so weit, dass sie ganz klar für Extremwetter in Studien untersuchen kann welchen Anteil die Klimakrise daran hat – sogenannte Attributionsforschung. Und die Antwort ist klar: Die Klimakrise ist hier und jetzt. Die Hitzwelle dieses Sommers in Amerika wäre nach aktuellen Forschungen ohne Klimawandel quasi undenkbar gewesen.

Resilienz & Anpassung

Daher müssen wir uns jetzt auch in Deutschland fragen: Wie gehen wir mit den Folgen des Klimawandels um ? Wie passen wir uns an ? Wie werden wir resilient und widerstandsfähig ? Oft wurde in der Vergangenheit vor allem über Maßnahmen diskutiert um Treibhausgase zu reduzieren (mitigation) aber wenig über Anpassungsmaßnahmen (adaptation) Die Erde wird sich aber durch die bereits emittierten Treibhausgase weiter erhitzen. Extremwettereignisse werden häufiger werden – auch in Deutschland. Selbst wenn sofort alle Treibhausgas-Emissionen auf null sinken würden. Die Frage ist: Können wir die Erhitzung so begrenzen, dass eine Anpassung an die Folgen möglich ist ? Als Limit gilt dafür 1, 5 °C. Wird die 1.5°C -Grenze überschritten, drohen Kipppunkte im Klima erreicht zu werden, durch die unkontrolliert eine noch höhere Erhitzung angestoßen wird. Dann werden die Klimafolgekosten immer höher, die Anpassungsmaßnahmen immer drastischer und wahrscheinlich untragbar. Wir können und müssen jetzt das verbleibende Restbudget an Treibhausgasen (THG) einhalten, um eine Erhitzung des Klimas auf mehr 1,5°C global zu beschränken. Der andere Teil der Wahrheit ist : Auch wenn wir die Erhitzung auf 1,5°C beschränken können, wird es Klimafolgen geben. Darum sollten wir jetzt damit beginnen Anpassungsmaßnahmen (adaptation) umzusetzen.

Für mich verschiebt sich daher auch die Perspektive auf meine kommende Zeit beim Climate Action Network in Tansania. Es geht nicht mehr (nur) darum zu sehen wie sich die Klimafolgen vor Ort konkret auswirken und davon zu erzählen. Es geht für mich jetzt auch darum von den Menschen in Tansania und vom Climate Action Network zu lernen uns an Klimarisiken anzupassen. Welche Antworten und Lösungen haben Menschen in Tansania auf die Fragen gefunden, die wir uns auch in Deutschland hier und jetzt stellen müssen ?

Ich werde mit euch in meinen Blog teilen was ich lerne. (Wenn ihr schon jetzt mehr zum Thema adaptation wissen wollt: Eine sehr unterhaltsame Podcastfolge von SustainaBabble zum Thema findet ihr hier)

Entscheidend: Wir sind nicht wahllos

Es ist entscheidend was wir jetzt tun. Das gilt genauso für Anpassungsmaßnahmen (Adaptation) sowie Maßnahmen um Treibhausgase zu reduzieren (mitigation). Das wichtigste was ich noch tue, bevor ich nach Tansania ausreise ist: Wählen ! Dabei ist es bei dieser Wahl keineswegs beliebig, wen wir wählen – weder für das Klima noch für unsere Zukunft. Das sieht auch die Klimaallianz Deutschland so.

Sie hat die Wahlprogramme der großen Parteien angeschaut mit Fokus auf Klimapolitik.

Der Klimawahlcheck ist quasi der Wahl-O-Mat fürs Klima: https://klimawahlcheck.org/

Macht den Klimawahlcheck und wählt eine Partei, die sich wirklich für echten Klimaschutz einsetzt.

https://klimawahlcheck.org/

Checke zuerst, was für dich selbst Klimaschutz bedeutet und vergleiche dann deine Einstellung mit den Positionen der großen Parteien.

Mein Versprechen (Klima-Pledge)

Und noch eine Bitte: Sprecht darüber ! Redet mit Freund*innen, Bekannten, Kolleg*innen – mit wem auch immer ihr ins Gespräch kommt – darüber, warum für euch bei dieser Wahl das Klima wichtig ist. Ich gebe euch daher ein Versprechen ab, die Klima-Pledge, diese Wahl zur Klimawahl zu machen. Mit mir haben das auch schon fast 400.000 Menschen gemacht. Wenn ihr das auch versprechen wollt, dann könnt ihr das hier tun: https://klima-pledge.org/

 Mit dem Klima-Pledge verspreche ich …

… meine Stimme der Partei zu geben, die sich aus meiner Sicht am überzeugendsten für sozial gerechten Klima- und Naturschutz einsetzt.

… mitzuhelfen, die Wahl zur Klimawahl zu machen: Etwa indem ich mit Freund*innen, Kolleg*innen oder der Familie darüber spreche, warum diese Wahl wichtig fürs Klima ist, von Parteien und Bundestagskandidat*innen echten Klimaschutz einfordere oder mit Fridays for Future protestiere.

https://klima-pledge.org/

P.S: Die Klimaallianz hat über 140 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften und repräsentiert zusammen rund 25 Millionen Menschen. Von der katholischen Frauenbewegung, zahlreichen Bistümern, Landeskirchen, Pfadfindern bis hinzu Deutscher Alpenverein. Also die Mitte der Gesellschaft, die erkannt hat eine gerechte und sozial-verträgliche Zukunft gibt es nur mit einem gerechten Klima.

Habari !

Timon:
Hakuna matata, diesen Spruch sag ich gern

Pumbaa:
Hakuna matata, gilt stets als modern

Timon:
Es heißt, die Sorgen bleiben dir immer fern

Pumbaa und Timon:
Keiner nimmt uns die Philosophie

Timon:
Hakuna Matata

Simba:
Hakuna matata?

Aus König der Löwen

Hakuna Matata ist wohl Vielen von uns im Ohr. Unvergesslich wie ein sorgloses Warzenschwein zusammen mit seinem ebenso unbekümmerten Erdmännchen als Freund einem verwaisten Löwenjungen die Grundlagen ihrer Philosophie darlegen. Mach dir kein Kopf, mach dir keine Gedanken darüber. Worüber ich mir wirklich noch nie Gedanken gemacht hatte: Welche Sprache ist das eigentlich. Durch diese Sorglosigkeit wäre mir in meinen Kiswahili-Kurs fast entgangen, dass ich schon ein paar Worte auf Kiswahili kann: Hakuna Matata (Es gibt keine Probleme), rafiki (Freund*in) und simba (Stärke/Löwe). Doch gilt Hakuna Matata überhaupt noch als stets modern, wie Timo und Pumbaa proklamieren ? Inzwischen ist es mehr zur Phrase nostalgischer Touristen geworden.

Wer tatsächlich etwas über das Lebensgefühl in Tansania lernen möchte, dem sei geraten sich an Stelle von tierischen Savanenbewohner besser Lehrer*innen zu suchen, die schon mal in einer der boomenden Städte des Landes gelebt haben. (Dar-Es-Salaam hat knapp 5.5 Mio Einwohner.) Am Besten ist es auch noch eine Kiswahili-Lehrerin mit viel Humor zu haben, denn neben ersten Eindrücken in Kultur und Puls der Zeit in Tansania bleibt es nicht aus, dass beim Lernen der Sprache sich viele Missverständisse und Fauxpas anzusammeln. Ich bin froh, dass wir mit Aneth lachen können während wir uns durch die Grundlagen Kiswahilis schlagen. Mimi ni mhandisi heißt etwas ganz anders als Mimi ni handisi. Schon das Verschlucken eines Buchstabens, kann einen vom Ingenieur (mhandisi) zum Idioten machen.

Doch pole pole (langsam).Zum Glück ist Upole Teil der tansanischen Lebensphilosophie: Es gelassen angehen, die Ruhe bewahren und nicht Hetzen lassen. Darum nimmt man sich auch ausreichend Zeit für Begrüßungen. Habari ya kazi ? Habari ya nyumbani ? Habari ya asubuhi ?  Habari heißt Neuigkeiten und nach denen erkundigt man sich ausführlich bei der Begrüßung. Was sind die Neuigkeiten von der Arbeit, Zuhause und des Morgens? (Vielleicht hat der König der Löwen mit dem Morgenreport Zazus doch ein Fünkchen tansanischen  Zeitgeist eingefangen.)

Keine Angst meistens reicht nzuri (gut) oder salama (friedlich) als Antwort. Manchen ist vielleicht gerade aufgefallen,dass salama und rafiki arabische Wurzeln haben. Zahlreiche Wörter stammen in Kiswahili aus dem Arabischen. Schon im 8.Jahrhundert wurde an der tansanischen Küste Handel mit der arabischen Halbinsel getrieben. Im 19.Jahrhundert hatte der Sultan Omans sogar zeitweise seine Hauptstadt auf Sansibar. Darum leben in Tansania schon lange Christen und Muslime ganz selbstverständlich miteinander. All die Geschichten von Erlebnisse aus dem Alltag im Tansania am Rande meines Sprachkurses machen mir immer mehr Lust mich über die Sprache schon dem Land zu nähern. Ich merke, je mehr unsichere und wacklige Gehversuche ich auf Kiswahili unternehme, desto mehr steigt meine Neugier und die Angst komplett zu verloren zu sein sinkt. Es ist gut, dass ich jetzt schon übe. Jeder Schritt aus der Komfortzone bringt neue Einblicke und Perspektiven. Ich melde mich bald wenn es neue Habari gibt. Bis dahin: Tutaonana baadaye. Nitaandika 😉

P.S: Wort für Wort. So lernt man eine Sprache. Kiswahili ist dabei manchmal wie ein Baukasten. Mit jeden neuen Bauklotz erschließen sich neue Möglichkeiten mit der Sprache zu spielen und immer abenteuerlichere Konstrukte zu bauen. Manchmal noch mit wackeligen Fundament. Es ist normal, dass die Türmchen von Babylon, die ich errichte regelmäßig wieder zusammenbrechen.Sprachverwirrung gehört wohl seit biblischen Zeiten einfach dazu. Beim Scheitern fange ich aber an über die Struktur nachzudenken: Wie was zusammen passt . Und dann sind wir auch schon schnell tief in der Philosophie. Wörtlich übersetzt heißt kuwa na (haben) : “ sein mit.“ Ich finde es einen schön Gedanken mal jenseits „haben“ jenseits von Besitz-und Eigentumslogiken zu verstehen. Ich bin froh euch zu haben und zusammen mit euch einfach zu sein.

Keine Panik ? Was denn sonst ?!

 Es könnte alles so einfach sein. Ist es aber nicht. Wir könnten uns bequem mit Kuscheldecke, Keksen und Tee auf den Sofa zurückziehen und noch eine Folge auf Netflix schauen. Zuhause ist da wo ich das WLAN-Passwort habe, der Kühlschrank voll ist und alles so bleibt wie es ist. Wir kennen uns aus in unser Komfort-Zone, wir fühlen uns wohl. Doch die Welt ändert sich, ob wir wollen oder nicht.

Klimakrise, Digitalisierung, Globalisierung, das sind nur drei der Megatrends die kontinuierlich unsere Umwelt und Mitwelt schon jetzt verändern.Wir können uns vielleicht jetzt noch von ihnen weg drehen und sturr auf den Bildschirm mit der neusten Netflixserie starren. Doch die Veränderungen  brechen in unsere Komfortzonen ein, früher oder später, ob wir wollen oder nicht. Wie gehen wir damit um ?

Ich will das ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre. sagte Great Thunberg auf dem Wirtschaftsforum in Davos. Ich habe die Angst gespürt, die Hoffungslosigkeit und die Ohnmacht. Ich bin Naturwissenschaftler, mich haben die harten Fakten der Bericht des Weltklimarates (IPCC) getroffen in dem sie sachlich all das Leid aufzählen, dass wir uns als Menschheit antun wenn wir ungebremst weiter die Klimakrise anheizen. Aktuell sind 20 Millionen Menschen auf der Flucht. Jetzt schon führt das zu unerträglichen menschenunwürdigen Zuständen, unter andern im Mittelmeer, auf die wir uns schwertun als europäische Gemeinschaft angemessen zu reagieren. Bis Ende des Jahrhunderts könnten 130 Mio. -500 Mio. von der Klimakrise zur Flucht gezwungen sein.

Wir müssen exponentiell Handeln.“

Johan Rockström

Auf den Kirchentag hat der Forscher Johan Rockström eindringlich festgestellt: Wir müssen exponentiell Handeln.“ – in Angesicht der eskalierenden Klimakrise. Wir müssen immer entschiedener und entschlossener unser Leben und Wirtschaften transformieren, hinzu einer Lebensweise, die langfristig uns allen Menschen ein gutes Leben in Würde und Gemeinschaft ermöglicht. Wissenschaftler haben intensiv daran gearbeitet der Politik Weg dorthin aufzuzeigen. Stapelweise liegen Expertisen und Studien in den Schubladen, die auf zeigen wie wir sozialverträglich und effektiv mit wirklichen Klimaschutz die Zukunft lebenswert gestalten können. Trotzdem legte die Regierung einen Vorschlag für ein Klimaschutzgesetzt vor in dem, mit dem es nicht möglich ist ein gerechtes und sicheres Weltklima zu erhalten, weil es das war „ was möglich ist“. Zu mehr traute sich die Regierung nicht, weil sie nicht den Rückhalt der Wählerinnen spürte.

Corrie ten Boom, ein niederländische Christin, rettete Juden vor dem Holocaust. Auch sie muss Angst gehabt haben trotzdem hatte sie den Mut zu Handeln in Angesicht von Leid und Ungerechtigkeit. Sie ging sie soweit,dass sie selbst in ein KZ deportiert wurde.  Die Frage wie sie so viel Mut haben konnte beantwortete sie so: „Mut ist Angst die gebetet hat.“ Für mich bedeutet das, dass ich als Christ mit Gott ins Gespräche gehen kann, mit all meinen Ängsten und Ohnmacht. Jesus akzeptiere nicht die gebenene Strukturen. Er sprach immer sozial Ungerechtigkeit direkt an und handelte, so konsequent, dass es ihn ans Kreuz brachte. Mir schenkt das den Mut mit diesen Rückhalt in der Krise und bei Missständen zu handeln. Ich habe dabei auch oft Zweifel und Verzweifle fast aber in der Bibel finden sich immer wieder Leute voller Fehler, innere Kämpfe, mit Ecken und Kanten. Genau diese Menschen sind es aber die mit Gott an ihrer Seite trotzdem gehandelt haben und einen Unterschied gemacht haben: Elia, Jona, David, Petrus… Deshalb glaube ich das wir als Gemeinden und Kirche insbesondere uns und der Gesellschaft Mut machen können zur nötigen Transformation und Wandel.

Was wir von Euch brauchen ist Eure volle Power, Eure Zuversicht, Eure Fähigkeit Menschen zu berühren in den Herzen.“

Luisa Neubauer

Darum setze ich mich auch mit den ChristiansForFuture zusammen dafür ein, dass wir als Christinnen und Kirche hörbare und ermutigende Zeichen in die Gesellschaft senden. Luisa Neubauer von FridaysForFuture sprach mir dann auf den Kirchentag in Anschluss an Rockström aus den Herzen: „Was wir von Euch brauchen ist Eure volle Power, Eure Zuversicht, Eure Fähigkeit Menschen zu berühren in den Herzen.“ Beim dritten globalen Klimastreik am 20.09 luden deutschlandweit zahlreichen Gemeinden mit Glocken läuten zu Andachten für Klimagerechtigkeit und Frieden ein. Bedford-Strohm und weiter Bischöfinnen, Dekaninnen und Pfarrerinnen der Landeskirchen traten vor die Presse und forderten ein entschiedene Klimapolitik. Deshalb wünsche ich mir auch kreative diverse und öffentlich-wahrnehmbar Zeichen in München und deutschlandweit. Wie Rezo in einen in der Artikel der Zeit so treffen titelte: Traue dich O Christenheit! Nur wenn wir es schaffen, dass Gesellschaftliche Klima für eine nachhaltige Transformation zu schaffen, können Politikerinnen den Rückhalt fühlen, den sich brauchen um wirksame effektive  Klimaschutzpolitik für unsere gemeinsame lebenswerte Zukunft zu machen.

Die Kirche hat schon klare Positionen zur Klimakrise, aber kommuniziert noch teilweise zu schlecht. Hier gilt vielleicht in der Klimakrise genauso was Bonhoeffer schon von der Kirche in seiner Zeit forderte Angesichts der Schrecken des Nazi-Regimes: „das eine Wort sprechen, das die Welt nicht überhören kann“.

Leider reicht es heutzutage nicht klare Positionen und Meinungen zu haben. Man muss sie auch konsquent und hörbar vertreten, gerade als Kirche, die politisch-relevant und nicht ignorant sein will.  Jahn Böhmerman hat in einen Beitrag einmal sehr treffend aufgearbeitet, wie sich die AFD der Aufmerksamkeitsökonomie bedient und so den Diskurs geprägt hat. Es wird Zeit für Aufmerksamkeitsökumene : Beide großen Kirchen in Deutschland sollten die Klimakrise gemeinsam immer wieder medial platzieren. Dazu reichen allerdings keine Hintergrundspapiere, der Grüne Gockel und ein paar Pressemitteilungen.

Aufmerksamkeitsökonomie: Erklärt von Jahn Böhmermann

Das ist nicht immer bequem. Aber es ist eben auch eine unbequeme Wahrheit. Jetzt müssen wir aus unserer Komfortzone raus und können noch mitgestalten. Wenn es zu spät ist bleibt uns nur noch die Panik. Das kann bedeuten unangenehm aufzufallen, das kann bedeuten anzuecken, gesellschaftliche Konventionen und Rollenbilder zu überschreiten oder auch bewusst Zivil Ungehorsam zu sein.

Als die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sich dieses Jahr entschloßen ein Rettungsschiff ins Mittelmeer zu entsenden hat sie gezeigt, das sie für ihrer Werte einsteht, auch und gerade wenn sie im Konflikt zur aktuellen Politik steht. Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.

Mit dieser Konsequenz sollten wir auch der Klimakrise begegnen.  Man profitiert nicht vom anheizen der Klimakrise. Punkt. Kein Geld mehr für Kohle, Gas und Erdöl. Die Kirche sind dafür verantwortlich ihre Gelder klimagerecht anzulegen. Wenn sie auf einmal Millionen bewegen und ihre Gelder öffentlichkeits-wirksam aus fossilen Brennstoffen abziehen, dann ist es genau das deutlich Signal was wir brauchen: Unsere Zukunft ist fossil-frei.

In München durfte ich teile davon sein, wie wir als Zivilgesellschaft und breites Bündniss den beschleunigten Münchner Kohleausstieg auf den Weg gebracht haben. Erst vergangene Woche entschied sich der Stadtrat dazu endlich das notwendige Ziel 2035 klimaneutral zu werden zu übernehmen, ein 365-Euro-Jahresticket für junge Menschen wurde auf den Weg gebracht. Bundesweit wird es ab 2021 einen CO2-Preis von 25 € pro Tonne geben. Die Evangelische Kirche in Bayern traut sich endlich transparent zu machen, wie sie versucht ihrer Finanzen klimaverantworlich zu gestallten. Das alles war vor einen Jahr noch unvorstellbar. Das Traurige: immer noch zu wenig und erst der Anfange, den wir müssen expotentiell Handeln. Was aber Mut macht: Die Debatte, der Diskurs wird endlich geführt. Es braucht viel Kraft und Energie, viele Anstrengungen scheinen zu verpuffen, das Gefühl gegen Wände zu laufen und trotzdem: Es bewegt sich doch !

Wie war das möglich: Durch breite Bündnisse, Hintergrundsgespräche, mühsame Überzeugungsarbeit aber auch durch Aktionen, die starke Bilder erzeugten und so die Presse begann ausführlicher zu berichten.

Danke an alle Menschen, die Kopf und Herz, Zeit, Energie und Liebe miteingebracht haben.

Das macht Mut, bedeutet aber auch Verantwortung. Wir sind nicht ohnmächtig im Angesicht der Klimakrise, sondern können handeln. Darum haben wir auch die Verantwortung aus unseren Komfortzone rauszugehen.

Gehen wir den Weg nicht alleine, gehen wir ihn zusammen. Ich hoffe, dass dieser Blog ein Teil unseres Wegs ist.

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